Herbstgedicht

Bilder – Gedanken – Gedichte – Geschichten

Posts Tagged ‘Dudweiler

Hainschwebfliege Episyrphus balteatus

leave a comment »

Hainschwebfliege Episyrphus balteatus
(Heute hab ich mal einen Beitrag aus dem letzten Jahr hervorgekramt. Damit er nicht ganz untergeht, kriegt er nun einen Platz ganz oben.)


Hainschwebfliege Episyrphus balteatus

Nachdem ich gestern bei der Zuordnung eines Insektes unaufmerksam und voreilig war (was ich für eine Biene hielt, ist wohl eher eine Fliegenart), bin ich mir bei der Zuordnung dieses Exemplars ziemlich sicher: das ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus), auch Winterschwebfliege genannt. Aber auch bei den Schwebfliegen gibt es viele verschiedene Arten, so dass ich bei der Zuordnung nicht hundert Prozent sicher bin. Aber eine Schwebfliege ist es wohl mit Sicherheit.

Sie [die Hainschwebfliege] kann leicht mit einer Wespe verwechselt werden, da sie ihr Aussehen täuschend ähnlich imitiert. Eine solche Eigenart nennt man Mimikry. Beim genauerem Hinschauen erkennt man jedoch sofort, dass die Hainschwebfliege wie auch verwandte Arten nur zwei Flügel besitzt. Man stellt sie deshalb zu den Zweiflüglern, den Diptera. Die Wespe jedoch besitzt vier Flügel und wird zu den Hautflüglern (Hymenoptera) gestellt. Auffällig ist außerdem die fehlende Behaarung. (Wikipedia)

Wikipedia weiß auch zu berichten, dass die Hainschwebfliege im Jahre 2004 zum Insekt des Jahres gewählt wurde.

Der Name „Schwebfliege“ ist übrigens ausgesprochen treffend. Ausgewachsene Schwebfliegen fliegen mit hoher Flügelschlagfrequenz bis zu 300 Hertz (schwirren) und können damit längere Zeit auch an Ort und Stelle „schweben“ (Wikipedia). Genau dies konnte ich schon mehrfach beobachten. Mit etwas Glück kann man daher eine Schwebfliege im Flug – beim Schweben – fotografieren.

***

Systematik laut Wikipedia

Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Ordnung: Deckelschlüpfer (Cyclorrhapha)
Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)
Gattung: Episyrphus
Art: Hainschwebfliege

Wissenschaftlicher Name
Episyrphus balteatus
(De Geer, 1776)

***

Die Aufnahme entstand am 7. Juli 2009 an der zentralen Weggabelung auf dem Gehlenberg in Dudweiler. Das war einer der bislang wenigen heißen Tage im Juli 2009. An jenem Tag war es so heiß, dass ich im Wald kühlende Zuflucht gesucht habe. Ansonsten ist der Juli bei uns in diesem Jahr eher kühl und regnerisch. Kaum ein Tag ohne mehr oder weniger heftige Regengüsse. Heute liegt die Temperatur deutlich unter 20 Grad und geregnet hat es auch schon mehrfach.

***

Werbeanzeigen

Tatort Löwenzahn

with 4 comments

Mord auf der Sulzbachtalaue - Tatort Löwenzahn

Mord auf der Sulzbachtalaue - Tatort Löwenzahn


Mord – XY ungelöst – Tatort – Löwenzahn – Spinne – Schmetterling – Kriminalpolizei – sachdienliche Hinweise – Mörder – Täter – Opfer – Zeuge – Bluttat – SOKO – Kommissar – Hornkraut-Tageulchen – Panemeria tenebrata – Eulenfalter – Sulzbachtalaue – Dudweiler


Tatort Löwenzahn
XY ungelöst – Die Kriminalpolizei bittet um Mitarbeit

Am Dienstag, den 18. Mai 2010 wurde ein Spaziergänger Zeuge einer Mordtat, die sich kurz vor 15 Uhr auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler ereignete. Die gar schröckliche Tat konnte der Zeuge auf dem Foto festhalten.

Zur Aufklärung der Tat hat Oberhauptkommissar A.S. von der SOKO lepiforum.de entscheidende Hinweise geliefert. Seine Beschreibung des Opfers
Die Vorderflügel-Oberseite des Opfers ist überwiegend braun; die Fransen sind schwarzbraun und grauweiß. Die Hinterflügel-Oberseite ist schwarz und gelb.
führte auf die richtige Spur. Im Umfeld des Tatortes hatte der Zeuge der Bluttat zuvor ein Individuum der Spezies Hornkraut-Tageulchen (Panemeria tenebrata), fotografiert. Auf Anfrage des Zeugen bestätigte Oberhauptkommissar A.S. von der SOKO lepiforum.de, dass es sich tatsächlich bei dem Opfer um Hornkraut-Tageulchen handelt.
Die Identität des Täters ist noch nicht näher bestimmt. Hier bittet die Kriminalpolizei weiterhin um sachdienliche Hinweise. Für Hinweise, die zur Identifikation des Täters führen, ist ein herzliches Dankeschön als Belohnung ausgesetzt.
***
Die Gattung Panemeria tenebrata, der das Opfer der grausigen Bluttat angehört, gehört zur Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Wikipedia weiß zu berichten, dass sie auch unter weiteren deutschen Namen bekannt ist, die aber ebenso ungebräuchlich sind wie „Hornkraut-Tageulchen“: Hornkrauteule, Hornkraut-Bunteule, Hornkraut-Tag-Bunteulchen, Hornkrautrasen-Tag-Bunteulchen, Finsterbraunes Sonneneulchen, Arbutuseulenphalene, Bärentraubeneulenphalene, Erdbeerbaum-Eulchen, Schafgarbeneule und Kupferbraune Mattstreifige Eule. Das Hornkraut-Tageulchen fliegt von Mitte April bis Mitte Juni und die Falter sind ausschließlich tagaktiv.
***
Das Foto der schröcklichen Bluttat entstand am 18. Mai 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler.
Das untere Foto entstand am 20. Mai 2010 in der Nähe des Tatorts. Es zeigt ein putzmunteres Hornkraut-Tageulchen an einem Hahnenfuß. Gottseidank sind nicht alle Hornkraut-Tageulchen dem Mörder auf der Sulzbachtalaue zum Opfer gefallen.
***

***
Hornkraut-Tageulchen

Großer Wollschweber

with 2 comments

Großer Wollschweber an Wiesen-Schaumkraut

Großer Wollschweber an Wiesen-Schaumkraut


Großer Wollschweber – Bombylius major – Insekten – Zweiflügler – Diptera – Fliegen – Insektenfotos – Foto – Wiesen-Schaumkraut – Dudweiler – Sulzbachtalaue – wildwachsende Wiesenblumen – Naturfotografie

Großer Wollschweber

Heute bin ich mal wieder die Sulzbachtalaue in Dudweiler entlangspaziert. Das ist zurzeit im Hinblick auf wildwachsende Wiesenpflanzen die interessanteste Gegend. Seit ein paar Wochen wachsen hier weit mehr als ein Dutzend Frühlingsblüher, siehe hier und hier. Einige Pflanzen wie zum Beispiel das Scharbockskraut, das Busch-Windröschen, der Gefingerte Lerchensporn bilden ausgedehnte Blütenteppiche. Diese Blütenteppiche sind vor allem auf der linken Seite des Sulzbachs, also am Osthang zu finden. An der rechten Uferböschung, dem Westhang, ist sind heute vor allem das Wiesen-Schaumkraut und Löwenzahn aufgefallen. Das Wiesen-Schaumkraut blüht dort schon eine ganze Weile, der Löwenzahn hat erst heute eine gelbe Blütenexplosion hervorgebracht.

Am rechten Uferrand ist mir ein interessantes Insekt begegnet. Das Tier saß am Boden im Gras und ließ sich leicht fotografieren. Es war so träge, dass ich das Büschel Grashalme ausreißen konnte, auf denen es saß. Nun konnte ich die Grashalme drehen und das Tier aus verschiedenen Perspektiven fotografieren. Nach ein paar Aufnahmen flog es dann doch davon. Ein paar Meter weiter entdeckte ich es an Wiesen-Schaumkraut. Ob es dasselbe Individuum war oder „nur“ ein Artgenosse, kann ich nicht sagen. Erfreulicherweise konnte ich dieses Tier nun beim Nektar-Saugen an Wiesen-Schaumkraut fotografieren. Eines dieser Fotos ist oben zu sehen.

Meine Recherchen haben Folgendes ergeben: Es handelt sich hier um den Großen Wollschweber (Bombylius major).

Wikipedia weiß zu berichten: Die Wollschweber (Bombyliidae), auch Hummelfliegen oder Trauerschweber genannt, gehören zur Familie der Zweiflügler (Diptera) und werden den Fliegen (Brachycera) zugeordnet. Weltweit sind etwa 6000 Wollschweber-Arten bekannt, davon in Deutschland 34. Wollschweber beherrschen den Standflug und beim Nektar-Saugen schwirren sie ähnlich wie Kolibris irrsinnig schnell mit den Flügeln und stützen sich nur mit den Vorderbeinen an der Blüte ab.

***

Winter ade – Frühling juchhe

with 2 comments

Frühling - Krokusse - Frühlingsblumen - Blumen

Winter ade – Frühling juchhe!

Heute (20. März 2009) ist er endlich da – der Frühling!

Es ist zwar immer noch arg kalt, aber wenigstens hatten wir in den letzten Tagen reichlich Sonne.

Die Aufnahme entstand im Stadtpark Dudweiler. Aber ein ähnliches Bild könnte man zurzeit an tausend anderen Standorten auch machen. Überall sprießen die Krokusse und signalisieren mit ihrer Farbenpracht, dass es mit dem Winter zu Ende geht.

Also sagen wir dem Winter, der in diesem Jahr viel zu kalt war, mit Freuden ade – und heißen den Frühling mit einem überschwänglichen Juchhe willkommen.

Bei dem Wort „juchhe“ musste ich mich übrigens erst mal im Duden vergewissern, wie man es richtig schreibt. Man schreibt es so, wie ich gedacht habe und wie man es aufgrund der Aussprache erwarten würde. Und auch beim Plural von „Krokus“ hat die Recherche im Duden ergeben, dass meine Vermutung richtig war: die Mehrzahl von „Krokus“ heißt „Krokusse“ (auch das ergibt sich eigentlich schon aus der Aussprache).

Über Krokusse habe ich mich bei Wikipedia schlau gemacht. Dort habe ich unter anderem erfahren, dass Krokusse zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) gehören, dass sie aus dem Orient, Europa und Nordafrika stammen und dass eine wirtschaftlich bedeutsame Krokus-Art der Safran (C. sativus) ist. Und ich habe erfahren, dass es auch herbstblühende Krokusse gibt. Gleichwohl bleibt für mich der Krokus der Frühlingsvorbote par excellence.

Die Rolle der Krokusse als Frühlingsvorboten ist auf dem Foto gut zu erkennen. Die Krokusse stehen in voller Blüte und zeigen, dass die Natur zu neuem Leben erwacht. Und zwischendrin liegen verwelkte Blätter aus dem letzten Jahr, die zwar dem Winter getrotzt haben, nun aber bald endgültig verrotten werden.

Die Krokusblüte lässt hoffen, dass die Farbenpracht auf Wiesen und in Gärten explodiert und dass die Bäume, die immer noch kahl dastehen, uns nun bald mit frischem Grün erfreuen werden.

Aufnahmezeitpunkt: 19. März 2009, 13:47 Uhr. Das heißt: Am allerletzten Wintertag der Saison 2008/2009.

Nachtrag: Beim Anblick des Fotos kommt mir eine Leseempfehlung in den Sinn
Die Füße der Sterne
Patricia Koelle
Die Füße der Sterne

Wundervolle Geschichten, die einen das ganze Jahr über begleiten … Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

***

Himbeere – Himbeerbonbons

with 2 comments

Himbeere

Himbeeren – Himbeerbonbons – lecker – lecker

Heute (10. September 2009) gibt es mal was richtig Leckeres.

Diese Himbeeren habe ich heute in der Nähe der Gehlwiese entdeckt. Hinter dem Ortsausgang Dudweiler Richtung St. Ingbert (kurz hinter dem Schwimmbad) befinden sich zwei kleinere Seen und besagte Gehlwiese. Letztere ist eine Nasswiese und stellt ein besonderes Biotop dar, in dem vor allem einige seltene Heuschreckenarten angesiedelt sind. In fotografischer Hinsicht hat sich der Spaziergang vor allem deshalb gelohnt, weil ich dort zum ersten Mal eine Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) fotografieren konnte. Aber auch das Himbeer-Foto ist hervorragend gelungen.

Die Himbeere erinnert mich an die leckeren Himbeerbonbons aus meiner Kindheit … hmmm! Die würde ich sehr gerne mal wieder essen. Leider habe ich keine zur Hand. Dafür gab es heute ein Werther’s Original (nur ein einziges Bonbon, damit die Figur nicht aus den Fugen gerät).

Ich will den Mund nicht nur in kulinarischer Hinsicht wässrig machen, sondern durch den folgenden Buchtipp auch noch in literarischer Hinsicht:

Die Füße der Sterne
Patricia Koelle
Die Füße der Sterne
ISBN 978-3-939937-04-3

Ein wunderschönes Buch für den Herbst und für alle Jahreszeiten!
In diesem wundervollen Buch findet sich übrigens auch die Kurzgeschichte „Himmelangst“, die an den 11. September 2001 erinnert. – Auch morgen ist ein 11. September.

Zu diesem Buch meinte zum Beispiel die Zeitschrift bella in der Ausgabe 2/2010:
Glück zum Lesen
Wenn wir genauer hinsehen, ist unser Alltag voller Wunder. Patricia Koelle zeigt uns die Magie der kleinen Dinge in ihrer zauberhaften Kurzgeschichtensammlung „Die Füße der Sterne“.

Dem ist eigentlich wenig hinzuzufügen.

***

Aufnahme am 10. September 2009. Gehlwiese im St. Ingberter Forst unmittelbar hinter dem Ortsausgang Dudweiler.

***

Es ist nicht so wie du denkst Liebling

with 3 comments

Schmetterlinge Kleiner Sonnenröschen Bläuling

Vor einiger Zeit bin ich des Öfteren zum Dudweiler Anger spaziert, um dort wildwachsende Wiesenblumen zu fotografieren. Vor allem den Löwenzahn, der den Anger mit Pustblumenteppichen übersäte. Aber dann wurde der Anger gründlich kahlgemäht und ich musste nach anderen Fotogelegenheiten Ausschau halten.

So führte mein Weg am 14. Mai an den renaturierten Sulzbach in Richtung Herrensohr, Wilhelmshöhe, Jägersfreude. Von dort habe ich das Pusteblumen-Bild mitgebracht, das wir bereits kennen.

Die Hauptattraktion jener Fotosafari waren aber zweifellos die Schmetterlinge. Das in meinen Augen spektakulärste Foto sehen wir hier. Möglicherweise wird auf den ersten Blick gar nicht klar, was das Bild zeigt. Klar, man erkennt sofort, dass es sich um einen Schmetterling handelt. Aber dann wird man stutzig und bemerkt, dass da zwei Schmetterlinge „aufeinanderkleben“. Mit der Entdeckung, dass es zwei Schmetterlinge sind, liegt man ja richtig, aber die beiden sind gar nicht aufeinandergeklebt. Das was man möglicherweise für den linken und das was man möglicherweise für den rechten Teil hält, ist jeweils ein kompletter Schmetterling mit zusammengeklappten Flügeln. Und die beiden sind im Paarungsakt miteinander „verklebt“.

Zu dieser vertrackten, aber doch eindeutigen Situation fällt mir sofort der beliebte Standardspruch für verfängliche Situationen ein: „Es ist nicht so, wie du denkst, Liebling!“

Wesentlich übersichtlicher ist die Situation auf einem anderen Foto, das die beiden aus anderer Perspektive zeigt. Dieses Bild habe ich bei flickr eingestellt und dort findet es offenkundig sehr viel Zuspruch. Und es hat innerhalb kürzester Zeit eine Reihe von Awards errungen – die jedoch lediglich ideellen Wert besitzen.

Ich finde das „komplexe“ Foto, das wir hier im Fotoblog sehen, zwar viel interessanter, aber vermutlich würde das nicht so viel Zuspruch erhalten wie die übersichtlichere Variante.

*****

Bei dieser Schmetterlings-Art handelt es sich übrigens um einen Bläuling, vermutlich um einen Kleinen Sonnenröschen Bläuling (Polyommatus bellargus). Da es aber laut meinem Tierführer mehr als hundert Bläulingarten gibt, die zum Teil nur von Fachleuten genau bestimmt werden können, bin ich bezüglich der Feinklassifikation nicht sicher. Es könnte sich zum Beispiel auch um den Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) handeln.

***

Auf Goethes Spuren – Der Brennende Berg in Dudweiler

with 7 comments

Brennender Berg in Dudweiler

Zugegeben: das Foto ist nicht gerade spektakulär. Aber immerhin gibt es dazu eine recht interessante Geschichte zu erzählen.

Die Aufnahme entstand Anfang März 2003 und zeigt eine Felsspalte, aus der Rauch aufsteigt. Diese Felsspalte befindet sich auf dem Brennenden Berg in Dudweiler (heute der nördlichste Stadtteil von Saarbrücken). Und genau dieser Brennende Berg ist dank Johann Wolfgang von Goethe in die Weltliteratur eingegangen.

Im Jahre 1668 – so will es die Sage wissen – ist wegen eines Hirtenfeuers ein Kohleflöz, das den Berg durchzieht, in Brand geraten und seither ist ein Schwelbrand im Gange. Man nimmt jedoch heute an, dass der unterirdische Brand durch Selbstentzündung durch Druck und Zersetzung umfangreicher Haldenbestände entstanden ist, die sich infolge der wilden Kohlengräberei anhäuften. Anfangs muss der Berg mächtig gequalmt haben, so dass die Bezeichnung „Brennender Berg“ voll gerechtfertigt war.

Im Laufe der Zeit hat die Rauchentwicklung stark abgenommen. Bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts, so wird berichtet, wurden häufig Schulausflüge in die Bergschlucht unternommen und die Kinder brachten Eier mit, die sie in den Felsspalten siedeten. Heute ist jedoch – wie das Foto zeigt – von dem immer noch aktiven unterirdischen Schwelbrand nur noch wenig zu sehen. Aber wenn man an eine Bergspalte herantritt und die Hand in den austretenden Dampf hält, kann man sich durchaus die Finger verbrennen.

Für Dudweiler erlangte der Brennende Berg eine große wirtschaftliche Bedeutung. Durch den unterirdischen Brand wurden Tonschiefer derart geröstet, dass daraus das seinerzeit sehr wertvolle Alaun gewonnen wurde, das über einige Jahrzehnte eine wichtige wirtschaftliche Grundlage bildete. (Über die vielfältige Nutzung von Alaun gibt zum Beispiel in der entsprechende Wikipedia-Artikel Auskunft.)

Berühmt wurde der Brennende Berg durch Johann Wolfgang von Goethe.

Im Jahre 1770 weilte der Dichterfürst im elsässischen Straßburg. Von dort aus unternahm er verschiedene Ausflüge. In Juni 1770 besuchte er auch die reichen Steinkohlegruben und die Eisen- und Alaunwerke in Dudweiler. Bei dieser Gelegenheit besichtigte er auch den Brennenden Berg. Seine Eindrücke über dieses Naturschauspiel schildert er in seinem bedeutsamen Werk Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, das 1811 bei Cotta erschien (Zweiter Teil, zehntes Buch).

Lassen wir den Dichter selbst zu Worte kommen: Wir hörten von den reichen Dutweiler Steinkohlegruben, von Eisen- und Alaunwerken, ja sogar von einem brennenden Berge, und rüsteten uns, diese Wunder in der Nähe zu beschauen … Unser Weg ging nunmehr an den Rinnen hinauf, in welchen das Alaunwasser heruntergeleitet wird, und an dem vornehmsten Stollen vorbei, den sie die ‚Landgrube‘ nennen, woraus die beühmten Dutweiler Steinkohlen gezogen werden … Nun gelangten wir zu offenen Gruben, in welchen die gerösteten Alaunschiefer ausgelaugt wurden, und bald darauf überraschte uns, obgleich vorbereitet, ein seltsames Begegnis. Wir traten in eine Klamme und fanden uns in der Region des brennenden Berges. Ein starker Schwefelgeruch umzog uns; die eine Seite der Hohle war nahezu glühend, mit rötlichem, weißgebranntem Stein bedeckt; ein dicker Dampf stieg aus den Klunsen hervor, und man fühlte die Hitze des Bodens auch durch die starken Sohlen. Ein so zufälliges Ereignis, denn man weiß nicht, wie diese Strecke sich entzündete, gewährt der Alaunfabrik großen Vorteil, daß die Schiefer, woraus die Oberfläche des Berges besteht, vollkommen geröstet daligen und nur kurz und gut ausgelaugt werden dürfen. Die ganze Klamme war entstanden, dass man nach und nach die kalzinierten Schiefer abgeräumt und verbraucht hatte. Wir kletterten aus dieser Tiefe hervor und waren auf dem Gipfel des Berges. Ein anmutiger Buchenwald umgab den Platz, der auf die Hohle folgte und sich ihr zu beiden Seiten verbreitete. Mehrere Bäume standen schon verdorrt, andere welkten in der Nähe von andern, die, noch ganz frisch, jene Glut nicht ahndeten, welche sich auch ihren Wurzeln bedrohend näherte. Auf dem Platze dampften verschiedene Öffnungen, andere hatten schon ausgeraucht, und so glomm dieses Feuer bereits zehen Jahre durch alte verbrochene Stollen und Schächte, mit welchem der Berg unterminiert ist.

***

Schmetterlinge bei der Paarung

with 3 comments

Polyommatus icarus bei der Paarung

Schmetterlinge bei der Paarung
Oder: Die nächste Generation in meiner Hand

Das Ziel meines heutigen fotografischen Spaziergangs (18. September 2009) war eigentlich die brachliegende Fläche Im Rosenfeld. Der Weg führte zunächst über den Anger, der leider vor einiger Zeit kahlgemäht wurde und daher in fotografischer Hinsicht nur noch wenig zu bieten hat. Lediglich auf dem Kinderspielplatz sonnte sich eine Heidelibelle und gestattete ein paar Nahaufnahmen.

Kurz hinter dem Bürgerhaus am Rande der Beethovenstraße befindet sich ein nicht kahlgemähter Streifen. Dort begegnete mir eine weitere Heidelibelle, die aber nach der ersten Aufnahme davonflog.

Als ich ihr folgte, bemerkte ich einen Bläuling, der in seltsamer Manier durch die Luft flatterte, sich aber gleich auf einer Pflanze niederließ. Erfreut stellte ich fest, dass es sich um zwei Schmetterlinge handelte, die sich gerade paarten. Und zwar den Hauhechel-Bläuling Polyommatus icarus. Die beiden waren emsig mit ihrer Fortpflanzung beschäftigt. Nur gelegentlich flatterten sie – fest miteinander verbunden – zu einer anderen Pflanze.

Als es mir gelang, die Pflanze, auf der sie sich vergnügten, abzureißen ohne sie zu stören, konnte ich das Pärchen in aller Ruhe von allen Seiten fotografieren. Die beiden waren aber ständig in Bewegung und so kam es, dass sie – das Weibchen voran – auf meinen Finger krabbelten und ihr Paarungsgeschäft auf meiner Hand fortführten. Nun lag also die Bläuling-Generation des kommenden Jahres buchstäblich in meiner Hand.

Auf diesem Foto (Weibchen links, Männchen rechts) kann man sehr gut sehen, wie winzig klein Hauhechel-Bläulinge sind. Der Abschnitt, auf dem sich die beiden befinden, ist der hintere Teil meines linken Daumens.

Die beiden beendeten ihre Paarung auf meiner Hand und verweilten noch kurz nebeneinander. Dabei habe ich zu allerersten Mal ein Männchen und ein Weibchen mit geöffneten Flügeln nebeneinander sitzen gesehen, und gottseidank konnte ich sie auch in dieser Position fotografieren. Vielleicht werde ich demnächst eines dieser Fotos ins Netz stellen.

Als das Weibchen wegflatterte, blieb das Männchen sitzen und versuchte an meiner Hand zu saugen. Ich bin sicher, dass es dort keinen Nektar gefunden hat.

Schließlich meldete die Kamera „Speicher voll“ und die Fotosession war beendet. Ich schickte den werdenden Vater auf die Flugreise und machte mich auf den Heimweg – voller Freude auf die vielen wunderschönen Bilder.

***

Das Foto entstand am 18. September 2009 in Dudweiler am Rande der Beethovenstraße nahe dem Bürgerhaus.

***

Universität des Saarlandes Saarbrücken

with 4 comments

Universität des Saarlandes Saarbrücken

UdS – Universität des Saarlandes Saarbrücken – Dudweiler – Bergehalde Lydia – Sulzbach – Quierschied – Kraftwerk Weiher II – Bergehalde Göttelborn

Heute habe ich mal wieder den Schwarzenbergturm bestiegen. Der Schwarzenbergturm befindet sich auf dem Bergzug zwischen der Stadt Saarbrücken und der Universität des Saarlandes. Er bietet einen außergewöhnlichen Rundblick über die Region Saarbrücken bis nach Frankreich und in die Westpfalz.

Das Foto zeigt den Blick nach Norden. Unmittelbar im Vordergrund die Universität des Saarlandes. Wie man sieht, liegt die Saarbrücker Uni mitten im Wald. Noch schöner kann eine Universität kaum liegen.

Vielleicht sollte man die vielen Studienanfänger, die nun zum Beginn des Wintersemesters an die Saar-Uni strömen, auf den Schwarzenbergturm führen, damit sie rasch einen Überblick über die Uni erhalten.

„Hinter dem Berg“ erstreckt sich in der Waagerechten Dudweiler, das aber zum Großteil durch den Bergrücken verdeckt ist. Links oben ist die Bergehalde Lydia sehr gut zu erkennen (unmittelbar darunter befinden sich zwei große sehr flache Gebäude, nämlich die Einkaufsmärkte von Real und Metro; rechts daneben die Hochhäuser von Dudweiler Nord).

Am oberen Bildrand sind in der Mitte das Kohlekraftwerk Weiher II und die Grube Göttelborn mit der Bergehalde Göttelborn zu erkennen.

Rechts unterhalb sieht man Teile von Quierschied. Rechts davon Sulzbach – gut zu erkennen der Wasserturm.

Unterhalb des Kühlturm des Kraftwerks Weiher (unmittelbar unterhalb der „niedrigen Hochhäuser“) kann man die Türme der St. Marien Kirche und der Christuskirche in Dudweiler sehen.

Damit man einen Eindruck über die Entfernungen bekommt, habe ich die folgenden Distanzen auf einer Karte ausgemessen:

Schwarzenbergturm – Halde Lydia: 2,5 Kilometer
Schwarzenbergturm – Kühlturm Kraftwerk Weiher II: 4,8 Kilometer

***

Blumen zum Tag der Deutschen Einheit

leave a comment »

Blumenstrauß Pfarrkirche St. Marien Dudweiler

3. Oktober – Tag der Deutschen Einheit – Ein Blumengruß

Heute feiern wir den Tag der Deutschen Einheit. Zu diesem Anlass gibt es einen kleinen Blumengruß. Das Foto entstand am 30. September 2009 in der Pfarrkirche St. Marien in Dudweiler, die uns ja bestens vertraut ist.

Am 30. September führte mein fotografischer Spaziergang zunächst in den Dudweiler Stadtpark. Der Himmel war bedeckt und so war von den Libellen, die ich dort in der letzten Zeit so zahlreich angetroffen habe, keine Spur zu sehen. Da es auch sonst nicht viel zu fotografieren gab, besuchte ich mal wieder die nahe gelegene katholische Kirche. Auch dort war es zunächst sehr trüb, aber plötzlich flutete strahlendes Sonnenlicht durch die bunten Kirchenfenster und erfüllte die Kirche mit einer Farbenpracht. Auch der Blumenstrauß neben dem Altar und die dahinterliegende Chorwand wurden in buntes Licht getaucht. Und so entstand dieses farbenfroh-festliche Bild, das mir für den Tag der Deutschen Einheit angemessen erscheint.

***

Zum Tag der Deutschen Einheit ein Buchtipp:

Mauerstücke - Erinnerungsgeschichten
Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten
Hrsg. Bettina Buske und Patricia Koelle
Dr. Ronald Henss Verlag 2009
ISBN 978-3-939937-08-1
180 Seiten
30 Farbfotos der Berliner Mauer

Vorwort Walter Momper, heute Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, zur Zeit des Mauerfalls Regierender Bürgermeister von Berlin.
Geleitwort von André Schmitz, Kulturstaatssekretär von Berlin.

Autoren aus Ost und West erzählen Geschichten aus der Zeit vom Bau der Berliner Mauer im Jahre 1961 bis zum Mauerfall im Jahre 1989 und zur deutschen Wiederverinigung 1990. Die ideale Lektüre für die Zeit zwischen dem Tag der Deutschen Einheit und dem 9. November, dem 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer.

***

Jahreszeiten – Herbst

with one comment

Johanniskraut

Jahreszeiten – Sommer – Herbst – Herbstanfang
Johanniskraut im letzten Sommerlicht

Ein Buchtipp zum Wechsel der Jahreszeiten

Heute haben wir den letzten Sommertag in diesem Jahr, morgen sind wir schon im Herbst. Wie einige Fotos in diesem Blog zeigen, ist der Übergang der Natur vom Sommer in die Herbstsaison schon seit einiger Zeit deutlich sichtbar.

Zum Herbstbeginn möchte ich ein Buch empfehlen, das ich des Öfteren schon gelobt habe

Patricia Koelle
Die Füße der Sterne

Patricia Koelles Geschichten sind eine Lupe, die sichtbar werden lässt, wie groß Kleines sein kann. Es sind Geschichten für das verträumte Ende eines Feierabends, den Beginn eines Wochenendes oder die Bahnfahrt zur Arbeit. Geschichten von Himmel, Meer und Erde. Geschichten zum Lächeln, zum Nachdenken, zum Gesundwerden, zum Verschenken, voller Hoffnung und realistischem Zauber.

Dieses Buch kann man das ganze Jahr über lesen, aber vielleicht ist der Herbst die beste Zeit für diese wunderschöne Lektüre.

***

Das Foto entstand heute, also am letzten Sommertag, im Dudweiler Stadtpark. Die Johanniskrautblüte habe ich so positioniert, dass sich darin das Sonnenlicht bricht, welches sich in dem kleinen Teich spiegelt. Dieser kleine Teich ist Anziehungspunkt für Libellen und eine ergiebige Quelle für schöne Libellenfotos. Heute konnte ich endlich mal wieder eine Große Königslibelle fotografieren, die offenkundig gerade mit der Eiablage beschäftigt war. Wenn sie gerade nicht beim Eierlegen sind, kann man diese wunderschönen Libellen kaum fotografieren. Sie sausen stundenlang durch die Luft, ohne sich ein einziges Mal niederzulassen. Ganz anders die Heidelibellen, die sich immer wieder eine Rast oder ein Sonnenbad gönnen und dabei oft so still halten, dass ich mich bis auf wenige Zentimeter nähern kann.

***

Zwei Kirchen in einem Regentropfen

with 2 comments

Zwei Kirchen in einem Regentropfen

Zwei Kirchen in einem einzigen Regentropfen

Der Sommer war in diesem Jahr ausgesprochen wechselhaft. Ständig ging es rauf und runter. Gottseidank nie mehr als drei Tage heiß und dann kam auch schon die nächste Abkühlung, die dann gottseidank ebenfalls nicht lange dauerte. Da ich große Hitze gar nicht mag, war dies insgesamt gesehen ein sehr schöner Sommer.

Aber heute war seit langer Zeit mal wieder richtig scheußliches Wetter. Ziemlich kühl und viel, viel Regen. Da ich mich schon lange nicht mehr um diesen Blog gekümmert habe, ist dies ein guter Anlass, mal wieder was reinzustellen. Und was bietet sich da Besseres an als das Wetter?

Auch schlechtem Wetter kann man in fotografischer Hinsicht was abgewinnen. Zum Beispiel haben wir am 27. Juni – das war am Siebenschläfertag – einen Blick durch mein Arbeitszimmerfenster auf die Christuskirche und St. Marien geworfen. Durch den prasselnden Regen war dieser Blick arg verschwommen.

Heute schauen wir wieder aus meinen Arbeitszimmerfenster auf die Christuskirche und St. Marien. Und diesmal habe ich die beiden Kirchen, die das Dudweiler Stadtbild dominieren, in einem einzigen Regentropfen eingefangen. Da der Regentropfen nach unten hängt, sind oben und unten und links und rechts vertauscht.

Vermutlich war bislang noch nicht allzu vielen Leuten dieser Blick auf Dudweiler vergönnt.

***

Das Foto entstand am 04. September 2009 in einer Regenpause am Nachmittag.

***

Written by Ronald

4. September 2009 at 20:40

Marienkäfer

with one comment

Marienkäfer

Marienkäfer

Der letzte Beitrag in diesem Fotoblog liegt nun schon fast zwei Wochen zurück. Das liegt keineswegs daran, dass mir die Fotos ausgehen. Ganz im Gegenteil: in der Zwischenzeit ist eine große Zahl hinzugekommen.

Auch wenn sich hier in diesem Fotoblog nichts getan hat, so war ich doch nicht ganz untätig. Ich habe in der Zwischenzeit zwei neue Blogs angelegt, die jeweils einem bestimmten Thema gewidmet sind.

Zum einen einen Schmetterling-Blog. Da ich in den letzten drei Monaten mehr als 30 verschiedene Schmetterlingsarten fotografiert habe (mit mehreren Hundert Fotos), erscheint es sinnvoll, diesem speziellen Thema einen eigenen Platz zu gewähren. Im Schmetterling-Blog gibt es zum einen Informationen über Schmetterlinge, zum anderen auch zahlreiche Schmetterling-Gedichte. Das soll also eine Art lyrischer Foto- und Informationsblog werden.

Zum anderen gibt es einen eigenen Wiesenblumen-Blog. Wie der Name schon sagt, geht es dort um Wiesenblumen und wildwachsende Pflanzen. Dort werden unter anderem verschiedene Spaziergänge anhand einer kleinen Auswahl von Fotos gezeigt. Außerdem zeige ich dort Pflanzen, die ich noch nicht identifiziert habe, in der Hoffnung, dass sich gewiefte Pflanzenkenner dorthin verirren und bei der Identifikation behilflich sind. Außerdem kann man dort mit Hilfe von Google-Maps verschiedene Standorte lokalisieren.

***

So, nach diesen Hinweisen auf neue Blogs noch ein paar Worte zum Foto des Tages.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Marienkäfer gar nicht leicht zu fotografieren sind. Zumindest nicht mit meiner Kamera. Ausgerechnet bei Marienkäfern habe ich oft Probleme mit der Fokussierung. Aber ab und zu gelingt dann doch das ein oder andere Foto und gelegentlich sind die Szenen ausgesprochen witzig. Mein allerbestes Marienkäfer-Foto habe ich bei flickr eingestellt.

***

Das Foto entstand am 17. Juli 2009 in der Sulzbachtalaue.

***

Written by Ronald

2. August 2009 at 08:04

Schmetterlinge – Tagpfauenauge

with one comment

Schmetterling Tagpfauenauge Inachis io

Vor ein paar Tagen war es mir auf der Halde Lydia zum ersten Mal gelungen, einen Schwalbenschwanz zu fotografieren. Außerdem bekam ich dort zum ersten Mal ein Tagpfauenauge und einen Zitronenfalter vor die Linse. Mit den Zitronenfalterfotos war ich zufrieden, nicht aber mit Tagpfauenaugefotos. Auf dem Schmetterlingsflieder tummelten sich zwar verschiedene Exemplare des Tagpfauenauges, aber zumeist präsentierten sie nur ihre Unterseite, die einfach nur dunkel und wenig aufregend ist. Die Flügel waren immer nur für kurze Momente geöffnet und es ist mir nicht gelungen, ein vollständig geöffnetes Tagpfauenauge zu fotografieren.

Aber heute hat es geklappt! Und zwar auf der Sulzbachtalaue. In der Nähe des Sulzbachs erblickte ich ein Tagpfauenauge, das die Flügeloberseiten präsentierte. Als ich mich näherte, fallterte es davon und verschwand aus meinem Blickfeld. Ich war ziemlich enttäuscht – aber dann …

Als ich nach unten blickte, stellte ich fest, dass der Gute auf meinem linken Oberschenkel Platz genommen hatte. Dort blieb er eine ganze Weile sitzen und ließ sich ablichten wie ein gutes Fotomodel. Wie man sieht, mit geöffneten Flügeln.

***

Systematik nach Wikipedia

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Fleckenfalter (Nymphalinae)
Gattung: Inachis
Art: Tagpfauenauge

Wissenschaftlicher Name
Inachis io
(Linnaeus, 1758)

***

Das Tagpfauenauge ist übringens der Schmetterling des Jahrs 2009. Die Wahl begründen die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) damit, dass durch diese Falterart die Folgen des Klimawandels besonders gut sichtbar werden.

Sulzbachaue Dudweiler Sulzbach

with one comment

Sulzbachaue Dudweiler Sulzbach

Zahlreiche Fotos auf diesem Blog habe ich in der Sulzbachaue aufgenommen. Und zwar in dem schmalen Streifen am renaturierten Sulzbach zwischen dem Minigolfplatz und der Abzweigung nach Herrensohr. Dort findet sich parallel zu der vielbefahrenen Sulzbachtalstraße ein kleines Naturparadies, das kaum jemand beachtet. Allenfalls die tausend Hundbesitzer, die ihre Lieblinge dort Gassi führen und weite Teile dieses wunderschönen Stückchens Natur zum Hundesch… verkommen lassen.

Damit man mal sehen kann, wie schön dieses kleine Stückchen Natur ist, gibt es diesmal keine Nahaufnahme, sondern ein kleiner Blick in die Landschaft.

Das Foto entstand am 9. Juli 2009. Wenige Tage zuvor waren extrem starke Regengüsse niedergegangen. Dies kann man auch auf dem Foto gut sehen: Am gegenüberliegenden Ufer ist ein dunkelgrüner Streifen zu erkennen. Der ist dadurch entstanden, dass der Wasserstand kräftig gestiegen war und die starke Strömung den Bewuchs plattgedrückt hat.

Auf dieser Höhe ist die westliche Uferseite (rechts) deutlich vielfältiger als die linke. Leider verläuft auf der westlichen Seite auch der Hundesgassiweg. Wenige Meter weiter unten ist aber die östliche (linke) Uferseite mindestens genauso abwechslungsreich wie die westliche. Dort (auf der linken Seite am Rande der Sulzbachtalstraße kurz vor der Abzweigung nach Herrensohr) trifft man die meisten Schmetterlinge an.

***

Ein Nachtrag: Heute – 20. Juli 2009 – habe ich am Dudoplatz ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Sulzbachtalaue 400m“ erblickt. Ich werde mir wohl angewöhnen müssen, Sulzbachtalaue zu schreiben und nicht Sulbachaue.

Schmetterlinge Schachbrett

with 2 comments

Schmetterlinge Schachbrett

11. Juli 2009: Mein gestriger Spaziergang in der Sulzbachaue ist zu einem regelrechten Schmetterlingserlebnis geworden. Zum ersten Mal überhaupt habe ich ein Schachbrett (Melanargia galathea) vor die Linse gekriegt; und dieses Tierchen war auch noch so zahm, dass es sich ein Weilchen auf meinem Finger niedergelassen hat. Es ist ziemlich schwierig, mit der einen Hand den Fotoapparat einzustellen und gleichzeitig die andere Hand so ruhig zu halten, dass der zarte Gast nicht gleich davonflattert.

Mit dem Schachbrett habe ich eine kleine Fotosession veranstaltet. Jammerschade, dass dieses Exemplar ein klein wenig angeknabbert ist. (Ein Nachtrag: Mittlerweile bin ich schlauer geworden und habe erfahren, dass Schmetterlinge im Laufe ihrer Flugzeit nicht nur Schuppen verlieren und verblassen, sondern auch an den Rändern ausfransen. Man spricht dann von „abgeflogenen“ Schmetterlingen. Siehe: Settele u.a.: Schmetterlinge. Die Tagfalter Deutschlands. 2. Auflage. Ulmer Verlag, 2009)

Darüber hinaus gelangen ein paar Fotos von einem Großen Ochsenauge, einem Braunen Waldvogel, einem Hauhechel-Bläuling (und zwar einem Weibchen, das im Gegensatz zum Männchen auf der Innenseite nicht blau ist, sondern braun mit schönen orangenen Randflecken) und einem Widderchen. Außerdem habe ich Fotos von fünf weiteren Schmetterlingsarten gemacht, die ich aber in keinem meiner Tierführer finden kann. Es wird wohl ein Weilchen dauern, bis ich alle bestimmt habe.

***
Aufgenommen am 10. Juli 2009.
Sulzbachaue in Dudweiler, kurz vor der Abzweigung nach Herrensohr.

***

Written by Ronald

11. Juli 2009 at 18:24

Borretsch – Haarige Angelegenheit

with 3 comments

Haarige Angelegenheit Blaue Blüten Sommer Borretsch

Haarige Angelegenheit Blaue Blüten Sommer Borretsch

Diese haarige Pracht habe ich heute entdeckt, und zwar in Dudweiler auf der brachliegenden Fläche im Rosenfeld (Nähe Beethovenstraße). Zurzeit ist diese Gegend noch schön verwildert. Aber bald werden dort Neubauten entstehen, da das Gelände als Baufläche freigegeben ist.

Ich habe noch nicht herausgefunden, um welche Pflanze es sich bei dieser haarigen Schönheit handelt. Aber das ist nur eine Frage der Zeit.

***

Nachtrag: Ich wusste doch: Auf Patricia ist Verlass. Allerbesten Dank für den Hinweis auf Borretsch. Mit diesem Kraut werde ich mich bei nächster Gelegenheit mal näher befassen. Fest seht schon jetzt: Die Blüte ist wunderwunderschön und die ganze Pflanze ist faszinierend.

Written by Ronald

29. Juni 2009 at 20:23

Halde Lydia Natur Blog Statistik

leave a comment »

Echtes Johanniskraut Halde Lydia Pflanzen Natur Blüten

Wenn man einen Blog – oder andere Seiten – ins Netz stellt, dann interessiert man sich natürlich auch für die Besucher.
Wie oft werden die Seiten eigentlich aufgerufen?
Was interessiert die Besucher?
Wie habeen sie überhaupt den Weg hierher gefunden?

Hier ein paar statistische Daten:

Der Blog existiert seit Anfang des Jahres 2009.
Mittlerweile verzeichnet dieser Blog etwas mehr als 3.250 Aufrufe.
Die Besucherzahl ist steil ansteigend.
Der Juni 2009 ist der erste Monat, in dem es mehr als 1.000 Aufrufe gab.

Die Seiten mit den häufigsten Aufrufen im gesamten Zeitraum sind:
Saarhochwasser – Stadtautobahn Saarbrücken
Weiß-Klee in Memoriam Barbara Rudnik
Bergehalde Lydia
Orgel Basilika St. Johann in Saarbrücken
Saarbrücker Ludwigskirche – bare Münze
Auf Goethes Spuren – Der Brennende Berg
Sex – tierisch gut!
Himmelsspiegel – Bergehalde Lydia
Super Fossil
Pusteblume Löwenzahn
Das Geheimnis der falschen Braut
Graffiti – Saarbrücker Stadtautobahn
Winter ade – Frühling juchhe
Pfingsten – Rosenmonat Juni
Pusteblume – Pustekern
Himmelsspiegel – Blick zur Halde Lydia
Halde Grühlingstraße – Literarischer Auf
Halde Brefeld – Haldenbrand
Junitage – Sommergedicht – Patricia Koel
Frühlingsblüten – Besenginster
Fossilien – ganz schön alt
Dudweiler: Blick zur Halde Lydia

Die häufigsten Suchbegriffe, mit denen die Besucher hierher gekommen sind lauten:
barbara rudnik
bergehalde lydia
halde lydia
besenginster
rosenmonat
schmetterlinge
himmelsspiegel
pusteblume
sommergedicht
steinkohle mit fossilen pflanzen
herbstgedicht
halde grühlingstraße
chronogramm 2009
weiß klee
schaufensterpuppen
kirche herrensohr
löwenzahn
saarland sehenswürdigkeiten
sankt marien herrensohr
graffiti
guten appetit
barbara rudnik fotos
haldenbrand brefeld
stadtautobahn saarbrücken
himmelsspiegel saarbrücken
weissklee
margeriten
frühlings blumen
rose
saarkohlenwald
sage dudweiler
blüte rheinhessen
christuskirche dudweiler
wiesen-glockenblume
dudo
saarbrücken graffiti
wikipedia früling blumen
weißklee
basilika saarbrücken
rosenmonat juni
weiß-klee
dudweiler brennender berg
2 euro monaco
sankt marien dudweiler
klee
saarkohlewald haldenrundweg
löwenzahn und pusteblume geschichten
offstein
graffiti saarbrücken
besenginster blütezeit

Alles in allem – Ausnahmen vor allem Barbara Rudnik und Saarhochwasser – ist eine Konzentration auf die Kernthemen dieses Fotoblogs zu erkennen: Bergehalde Lydia, Umgebung von Dudweiler, Natur und Pflanzenwelt.

Bei dieser Themenpräferenz fiel die Wahl eines geeigneten Fotos nicht sonderlich schwer. Das Foto zeigt das Echte Johanniskraut in voller Blüte am westlichen Hang der Halde Lydia, im Hintergrund der Saarkohlenwald.

Regen Dudweiler Christuskirche St. Marien Kirche

with 2 comments

Dudweiler Christuskirche St. Marien Kirche

Wir haben ja schon mehrmals aus meinem Arbeitszimmerfenster geschaut und der Blick auf die Christuskirche und die St. Marien Kirche in Dudweiler ist uns bestens vertraut. Auch heute schaun wir mal wieder raus. Diesmal den durch das geschlossene Fenster. Un das aus gutem Grund, denn heute hat es – wie man leicht sieht – mal wieder geregnet. Gott sei Dank nicht den ganzen Tag. Der Vormittag war eigentlich recht schön. Aber gegen dreizehn Uhr sind schwarze Wolken aufgezogen und dann hat es zweieinhalb Stunden lang geregnet. Es hat viel gedonnert und auch ein bisschen geblitzt. Der Regen war teilweise recht heftig, aber nicht so gewaltig wie am 15. Juni.

Mittlerweile scheint wieder fröhlich die Sonne. Und das freut insbesondere all jene, die auf dem Dudofest einen Stand aufgebaut haben oder einfach nur das Dudofest besuchen wollen. Im vergangenen Jahr ist das Dudofest mangels Interesse potenzieller Aussteller und Veranstalter ausgefallen. Da wäre es schade gewesen, wenn das Fest in diesem Jahr buchstäblich ins Wasser gefallen wäre.

***

Nachtrag: Soeben habe ich auch erfahren, dass heute Siebenschläfer ist. In sieben Wochen können wir dann prüfen, wie gut sich die „Siebenschläfer-Wetter = Sieben-Wochen-Wetter“-Regel in diesem Jahr bewährt.

Dudweiler Panorama

with one comment

Dudweiler Turmschule Christuskirche St. Marien Kirche Rathaus

Dudweiler Panorama: Turmschule – Christuskirche – St. Marien Kirche – Rathaus

In den letzten Wochen habe ich nur Makroaufnahmen von Blüten und Insekten gezeigt. Es ist höchste Zeit, mal wieder etwas Größeres ins Blickfeld zu rücken. Also schauen wir mal wieder aus dem Fenster meines Arbeitszimmers, aus dem wir bereits hier und hier und hier geschaut haben.

Als ich am 11. Juni 2009 kurz nach 20 Uhr den Rechner ausschaltete, war ich überrascht einen Regenbogen zu sehen. Tagsüber hatte es mehrmals geregnet und ich hatte nicht darauf geachtet, dass es auch kurz zuvor geregnet hatte und nun die Sonne schien. Der Regenbogen ist zwar nicht sonderlich spektakulär – da haben wir schon Eindrucksvolleres gesehen -, aber auch die etwas schlichtere Variante ist ganz schön.

Dieser Regenbogen hat sich genau zwischen die evangelische Christuskirche (links) und die katholische St. Marien Kirche geschoben. Heute (Samstag, 13. Juni) ist in der Saarbrücker Zeitung zu lesen, dass die Christuskirche wegen altersbedingter Schäden am Dachstuhl bis auf Weiteres geschlossen ist. Aber das ist eigentlich nix Besonderes: Im Gegensatz zur katholischen Kirche, die tagsüber geöffnet ist, so dass man jederzeit das Kircheninnere besichtigen kann, ist die evangelische Kirche stets verschlossen und – normalerweise – nur zum Gottesdienst geöffnet. Aus diesem Grund habe ich die Christuskirche bisher nur ein einziges Mal besucht, nämlich am Tag der offenen Tür vor zwei Jahren. Damals habe ich auch den Turm bestiegen, aber wegen meiner blöden Höhenangst habe ich diese wunderbare Gelegenheit kaum genutzt. Vielleicht wird es in diesem Jahr besser; und wenn das Wetter mitspielt könnten wundervolle Fotos entstehen.

Am linken Bildrand leuchtet die Turmschule in der strahlend hellen Abendsonne. Wer weiß, vielleicht leuchtet sie ja deshalb so farbenfroh, weil sie in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert.

Nachtrag: Aus dem Tag der offenen Tür ist in diesem Jahr leider nix geworden, so dass die nächste Turmbesteigung der Christuskirche noch warten muss.

***

Eine schicke Frisur

with one comment

Friseur Frisur Greiskraut

Friseur Frisur Greiskraut

Bei diesem Foto habe ich das Gefühl, ich müsste dringend mal wieder zum Friseur gehen. Das Gefühl täuscht aber, denn meine Haarpracht ist alles andere als üppig.

Wie dem auch sei: Heute bin ich mal wieder zum Brennenden Berg gewandert. Jene kleine Schlucht, der im Jahre 1770 auch Johann Wolfgang von Goethe einen Besuch abstattete. Damals machte der Brennende Berg seinem Namen noch alle Ehre – das heißt: er qualmte wie ein Schlot – und der Dichterfürst war dermaßen beeindruckt, dass er seinem Besuch in „Dichtung und Wahrheit“ ein literarisches Denkmal setzte. Heute kann man nur noch an einigen wenigen Bergspalten erahnen, dass das Kohleflöz im Innern des Berges immer noch glimmt. Wenn man die Hand hinhält, merkt man rasch, wie heiß es in der Tiefe ist.

In fotografischer Hinsicht hat der Wald zurzeit sehr viel weniger zu bieten als eine gewöhnliche Wiese. Schmetterlinge habe ich im Wald überhaupt keine gesehen und auch die Blütenpracht ist im Wald sehr viel dürftiger als auf wildwachsenden Wiesen.

Das Foto habe ich in der Nähe des Sportplatzes und der Sulzbachtalstraße aufgenommen. Ich bin nicht sicher, um welche Pflanze es sich handelt, aber eventuell könnte es Greiskraut sein. In diesem Falle wären wir ja ganz nah am Thema Frisur, Friseur, Haare, denn der Name „Greiskraut“ leitet sich von lat. senex = Greis her, vermutlich, weil die fruchtenden Pflanzen durch die weißlichen Haarkronen der Früchte an Greisenhaare erinnern. Eine weitere Möglichkeit wäre wegen der halbkugeligen und nackten, an Glatzköpfe erinnernden Blütenböden (lt. Wikipedia).

***

Systematik der Greiskräuter nach Wikipedia:

Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Senecioneae
Gattung: Greiskräuter

Wissenschaftlicher Name
Senecio
L.

Written by Ronald

12. Juni 2009 at 17:52

Es reicht für alle

with one comment

Hummel Rostfarbiger Dickkopffalter

Hummel Rostfarbiger Dickkopffalter

Heute habe ich nach langer Zeit mal wieder den Dudweiler Anger besucht. Die Kahlrasur vor ein paar Wochen hat ihm mächtig zugesetzt und so wird es noch ein Weilchen dauern, bis sich die Wiese wieder ganz erholt hat und zu voller Blüte zurückfindet. Es sind zwar einige vielversprechende Ansätze erkennbar, aber viel los ist noch nicht.

Also bin ich ein paar Meter weitergelaufen, vorbei am Bürgerhaus zu dem Grünstreifen neben der Beethovenstraße. Dort sind die größten Teile nicht niedergemäht, so dass sich dort hohes Gras und zahlreiche Frühlingsblüten finden. Zunächst sah es so aus, als müsse ich mich mit der Pflanzenwelt und einer großen Zahl von Hummeln begnügen, aber dann haben sich doch noch ein paar Schmetterlinge hinzugesellt.

Am prächtigsen war der Distelfalter, den ich demnächst hier vorstellen werde. Heute gibt es ein Bild, das wohl nicht ganz alltäglich ist. Eine Hummel und ein Rostfarbiger Dickkopffalter teilen sich einträchtig das üppige Nektarmahl.

Die Blüte ist übrigens wunderschön. Leider habe ich (noch) keine Ahnung, worum es sich hier handelt. Vielleicht findet sich ja ein Kundiger, bevor ich es selbst durch Zufall entdecke.

Nun war ich doch schneller: Offenbar handelt es sich hier um eine Acker-Witwenblume, auch Wiesen-Witwenblume oder Wiesenkabiose genannt; Englisch: Field Scabious.
In meinem neuen „Der große Kosmos-Naturführer. Tiere und Pflanzen“ auf Seite 754.

Systematik nach Wikipedia:

Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Kardengewächse (Dipsacaceae)
Gattung: Witwenblumen (Knautia)
Art: Acker-Witwenblume

Wissenschaftlicher Name
Knautia arvensis
(L.) Coulter

Schmetterlinge – Großes Ochsenauge

with one comment

Großes Ochsenauge

Heute hab ich mal wieder einen Schmetterling. Der ist mir zwar schon vor einer Weile begegnet – am 4. Juni – doch nun ist es an der Zeit, dass auch er einen Platz im Internet erhält. Schließlich will auch er berühmt werden.

Anhand meines Kosmos Tierführers ist zweifelsfrei zu erkennen, dass es sich hier um ein Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) handelt. Der Gute war ein bisschen schüchtern und so habe ich ihn leider nicht besser vor die Linse gekriegt. Ohne den dicken Grashalm wäre es schöner gewesen. Aber was soll’s. Ist auch so recht ordentlich geworden. Gut zu erkennen ist er allemal.

Mein Kosmos Tierführer weiß zu berichten, dass das Große Ochsenauge von den Kanaren über Nordafrika und Europa bis nach Mittelasien verbreitet ist und dass dieser Falter auf allen Wiesentypen vorkommt, aber nicht auf ständig gemähten Rasenflächen. Ferner berichtet der Tierführer, dass das Große Ochsenauge zu der artenreichen Familie der Augenfalter gehört und dort einer der am häufigsten vorkommenden Vertreter ist. Die Augenflecken sollen dazu dienen, Vögel vom empfindlichen Körper des Schmetterlings abzulenken.

***

Aufnahmeort: Sulzbachaue in Dudweiler kurz vor der Abzweigung nach Herrensohr.

***

Systematik laut Wikipedia

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
Gattung: Maniola
Art: Großes Ochsenauge

Wissenschaftlicher Name
Maniola jurtina
(Linnaeus, 1758)

Die Pusteblume auf der Sulzbachaue

with one comment

Pusteblume

Heute gibt es eine kleine Geschichte, erzählt von Martina Decker.

Die Pusteblume auf der Sulzbachaue
© Martina Decker

Auf der Sulzbachaue herrschte helle Aufregung.
Genosse Wind hatte es den Tieren und Pflanzen zugetragen: Der Mann, der seit ein paar Tagen regelmäßig hier herumspazierte, war ein bekannter Fotograf. „Seine Fotos seien einfach wunderbar“ wisperte er, und wer von ihm fotografiert würde, sei binnen weniger Tage weltberühmt.
Mutter Löwenzahn wollte es nicht glauben. Sie erinnerte sich gut an den Fremden, der stundenlang mit seiner Kamera vor ihr gehockt hatte. Ein wenig geschmeichelt war sie damals schon gewesen. Sie, eine doch eher unscheinbare Wiesenblume, von vielen als Unkraut beschimpft, wurde fotografiert! Doch dass sie jetzt berühmt sein sollte? Ihr Bild in aller Herren Länder? Nein, das war nun wirklich absurd.
Aber um ganz sicher zu sein, schickte sie Sperling Max zur nächsten Wohnsiedlung.
„Flieg und schau, ob du irgendwo in ein Fenster sehen kannst!“ trug sie ihm auf. „Der Wind hat erzählt, die Menschen haben ein Gerät, das sich Computer nennt. Dort sollen die Bilder zu sehen sein.“
Sofort machte sich Max auf den Weg. Vor vielen Fenstern flatterte er herum, ohne ein solches Gerät oder gar Bilder von Mutter Löwenzahn zu entdecken. Es dämmerte bereits und erschöpft ließ er sich auf einem schmalen Fensterbrett nieder. Müde hockte er da und gerade wollten seine kleinen Äuglein zufallen, da zog ein seltsam flackerndes Licht seinen Blick auf sich. Das musste eines dieser Geräte sein, von denen der Wind erzählt hatte. Aufmerksam verfolgte Max das weitere Geschehen. Immer wieder tippte die Frau davor auf dem Ding herum und … Max hielt den Atem an. Unglaublich! Ein Bild von Mutter Löwenzahn. Und noch eins, und noch eins…
Max war ganz aufgeregt. Wenn er sich beeilte, konnte er die Wiese noch erreichen bevor es ganz finster war. Sofort flatterte er los. „Mutter Löwenzahn! Mutter Löwenzahn!“ tschilpte er schon von Weitem. „ Mutter Löwenzahn! Der Wind hatte Recht. Du bist berühmt. Dein Bild ist in dem großen Gerät.“
Die Kunde verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf der Sulzbachaue. Mutter Löwenzahn war berühmt. Man brauchte keine Angst haben vor dem Fremden mit der Kamera.
Schon am nächsten Tag kamen auch die vorsichtigsten Tiere aus ihren Verstecken und öffneten die Blumen ihre Blüten besonders weit. Würde er heute kommen? Und würde er sie entdecken und fotografieren?
Stunde und Stunde verging. Die Hufeisenazurjungfer sah ihn zuerst. Sofort brachte sie sich in Positur und ließ ihren Leib in herrlichem Blautürkies leuchten. Die Bläulinge vollführten für ihn einen Tanz und selbst der Kleine Fuchs überwand seine Scheu und lächelte schüchtern in die Kamera.
Und auch der Fremde lächelte.
Dankbar machte er sich geraume Zeit später auf den Heimweg. Die Natur hatte ihm wieder mal ein wunderbares Geschenk gemacht. Nun wollte er es mit der Welt teilen. Wollte diese Bilder voller Schönheit und Anmut verbreiten und die Menschen damit erfreuen.

***
 

***

Das Foto entstand am 2. Juni 2009 auf der Sulzbachaue in Dudweiler, kurz vor der Abzweigung nach Herrensohr.

Written by Ronald

5. Juni 2009 at 16:10

Pusteblume im Mai

with one comment

Löwenzahn Pusteblume Mai

In den letzten Tagen habe ich so viele schöne Bilder gemacht, dass ich schon gar nicht weiß, wohin damit. Dieser Blog bietet ja ein nettes Ambiente, aber manchmal weiß ich einfach nicht, was ich schreiben soll. So auch heute. Deshalb stelle ich mal ein Gedicht ein, das mir die Autorin heute zugesandt hat.

Pusteblumen im Mai
© Heidrun Gemähling

Im Maien stehen kugelrund
Samenkinder Spalier,
Pusteblumen auf Wiesengrund,
Augenweide und Zier.

Laue Winde blasen leise,
Schirme öffnen sich zu Hauf,
schweben über weite Auen,
der Maienflug nimmt seinen Lauf,
lässt sie treiben mit den Lüften,
keiner kennt der Samen Bahn,
doch sie werden neu erblühen,
irgendwo als Löwenzahn.

Das Foto entstand gestern (29. Mai 2009) an der Sulzbachtalaue in Dudweiler, nahe der Abzweigung nach Herrensohr. Von dieser Pusteblume habe ich eine ganze Bilderserie geknipst. Ein Foto schöner als das andere. Ich habe die Pusteblume in die Luft gehalten, so dass nur der leuchtend blaue Himmel im Hintergrund zu sehen ist. Anfangs war die Pustkrone fast noch vollständig. Aber nach und nach hat der Wind die kleinen Fallschirme davongeweht. Wie es der Zufall will, gibt es ein Bild mit drei Fallschirmen auf der Spitze, eines mit zweien und dann noch dieses, auf dem der vorletzte gerade davonfliegt und der allerletzte noch standhaft dasteht. Kurz darauf wurde auch dieser vom Winde verweht.

Das Foto hält übrigens noch eine kleine Überraschung bereit. Und zwar Folgendes: Als ich zu Hause die Bilder am Rechner betrachtete, war ich höchst erstaunt, dass auf einigen Bildern ein kleines Insekt zu sehen ist. Als ich beim Fotografieren durch den kleinen Sucher schaute, habe ich das Tierchen überhaupt nicht bemerkt. Das Tierchen ist auch auf dem obigen Foto zu sehen, aber dort ist es so gut versteckt, dass man ganz genau hinschauen muss. Auf der linken Seite kann man deutlich eines der Hinterbeine erkennen, außerdem einen Flügel und den Hinterleib. Und über dem obersten querstehenden Fallschirm ragt die winzige Spitze eines Fühlers nach oben.

Auf der folgenden Seite können wir das Tierchen mal aus der Nähe betrachten.

***

Dudweiler – Fassade Haus Strohfuß

leave a comment »

Dudweiler - Fassade Haus Strohfuß

Dass Dudweiler in eine wunderschöne Landschaft eingebettet ist, haben wir ja bereits gesehen. In architektonischer Sicht ist das Bild gemischt.
Man kann nicht behaupten, Dudweiler sei in baulicher Hinsicht total verschandelt – Gott sei Dank. Aber andererseits hat Dudweiler kaum architektonische Höhepunkte zu bieten.
So finden sich zum Beispiel die Saarbrücker Straße (seit jeher die Hauptstraße) einige sehenswerte Gebäude. Hierüber hat Friedrich Maier ausführlich in Band 1, Band 3 und Band 7 der Historischen Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt berichtet.
Einen anderen Schwerpunkt bilden die Bahnhofstraße, die wir auch als Schönweibergass kennengelernt haben und die Sudstraße, welche gewissermaßen die jeweilige Fortsetzung voneinander bilden.
Eines der architektonischen Schmuckstücke ist die Fassade des Hauses Sudstraße 2. Älteren Einheimischen ist dieses Haus auch als „Haus Strohfuß“ bekannt. Wenn ein Haus einen besonderen Namen hat, dann ist damit oft auch eine besondere Geschichte verbunden. So auch in diesem Falle. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts (etwa um 1905 bis 1908 – die genaue Jahreszahl muss ich noch nachschauen) wurde im Zentrum von Saarbrücken das Kaufhaus Sinn (später Sinn/Leffers) umgebaut. Zur gleichen Zeit wurde Dudweiler das Haus Sudstraße 2 von einem eingeschossigen in ein dreistöckiges Gebäude ausgebaut. Der Besitzer namens Strohfuß kaufte Teile der Fassade des alten Saarbrücker Kaufhauses Sinn, ließ sie mit Ochsenkarren nach Dudweiler befördern und damit das Haus in der Sudstraße 2 verzieren.
Das Kaufhaus Sinn in Saarbrücken wurde später in die Kaufhauskette Sinn/Leffers eingegliedert, die vor ein paar Jahren Konkurs gegangen ist.
Die über hundert Jahre alte Fassade des ehemals stolzen Kaufhauses schmückt das Haus Strohfuß in der Sudstraße 2 in Dudweiler. Leider wird an dem Haus seit Jahrzehnten nichts mehr erneuert; und es ist zu befürchten, dass dieses Schmuckstück verlottert und bald nur noch ein trauriges Zeugnis des wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Niedergangs dieser Region sein wird.

***

Frühling – Blüten – Frühlingsblüten

with one comment

Frühlingsblüte

Gestern und heute bin ich auf dem Dudweiler Anger spazieren gegangen und habe fotografiert, was dort auf der Wiese „wild“ wächst. Zum Beispiel Löwenzahn und seine tausendfältigen Pusteblumen, Margeriten, Gänseblümchen, Klee, Kuckucks-Lichtnelken, Wicken und … und … und …

Dabei ist mir eine Unzahl wunderschöner Fotos gelungen. Eines schöner als das andere. Ich bin total begeistert.

Da ich leider ein botanischer Laie bin, weiß ich bei den meisten Pflanzen nicht, wie sie heißen. Zum Beispiel bei dieser … Vielleicht kann ja jemand weiterhelfen.

Gelungene Architektur – Dudo Galerie Dudweiler

with 4 comments

Dudweiler Dudo Galerie

Meine kurze Fototour durch die Dudo Galerie in Dudweiler war ausgesprochen ergiebig. Die hat gleich ein Dutzend sehr guter Fotos erbracht.

Am besten gefällt mir dieses Bild. Gewiss wird nicht jeder meine Meinung teilen, aber ich finde dieses Foto umwerfend. Die klaren Linien und Farben – einfach klasse!

Das Foto ist frei aus der Hand geschossen. Und da die Anzeige im Sucher sehr klein ist, ist es reiner Zufall, dass die Aufnahme fast perfekt waagerecht ist und die Symmetrie fast perfekt eingefangen wurde. Nun ja, man muss gelegentlich auch mal Glück haben.

Vielleicht lassen sich mit diesem Foto ein paar finanzkräftige Gewerbetreibende anlocken, die Geschäfts-, Büro- und Ausstellungsräume mieten und damit der Dudweiler City reges Leben, wirtschaftlichen Erfolg und kulturelle Aktivitäten bescheren.

Und wenn meine Werbung den erwünschten Erfolg hat, wird der Immobilienverwalter der Dudo Galerie hoffentlich seine Dankbarkeit zeigen und mir eine (nicht zu kleine) Provision zukommen lassen.

Dudweiler Dudo Galerie

with 6 comments

Dudweiler Dudo Galerie

Dudweiler in der Dudo Galerie

Die Dudo Galerie ist der beherrschende Gebäudekomplex in der Dudweiler City. Ich hatte sie schon kurz erwähnt, als wir von der Halde Lydia auf Dudweiler geblickt haben.

Eigentlich als großes Kaufhaus-, Gastronomie-, Geschäfts- und Büro-Center geplant ist der Gebäudekomplex wegen der immens hohen Leerstände ein wirtschaftliches Fiasko. Bezeichnend für die desolaten Zustände ist das grelle Plakat „Büroräume zu vermieten“. Die meisten Räume stehen leer, überall hängen Plakate „Zu vermieten“ oder „Hier erfolgt demnächst eine Neueröffnung“. Und wenn mal wieder eine Neueröffnung erfolgt ist, kann man mit gutem Gewissen darauf wetten, dass dort in wenigen Monaten ein Plakat „Wir schließen zum …“ hängen wird. Sollte demnächst auch noch die Woolworth-Filiale schließen, die mit Abstand die größte Fläche in diesem Komplex einnimmt, dann wäre dies eine Mega-Katastrophe für die Dudweiler Innen-„Stadt“.

Abgesehen von den erbarmungswürdigen Leerständen und der damit einhergehenden Verödung der City hat die Dudo Galerie bei näherem Betrachten durchaus einige architektonische Reize. Dabei bieten sich zwar weitaus reizvollere Perspektiven als auf diesem Foto, aber trotzdem gefällt mir dieses Bild. Ich habe das Mädchen eine Zeitlang beobachtet. Es hat sich in der Dudo Galerie offenbar pudelwohl gefühlt und ist munter durch den gesamten Gebäudekomplex gehüpft. Es gehört wohl zu den Betreibern oder Bediensteten des China Restaurants, das sich im ersten Stock über Woolworth befindet. Seine Eltern haben es verzweifelt gesucht und waren sichtlich erleichtert, als sie es schließlich am hinteren Ende der Galerie erspäht hatten.

Im Hintergrund sehen wir übrigens den Dudweiler Anger und auch der Stadtbrunnen ist – wenn auch verdeckt – zu erkennen. Zum Anger mit Stadtbrunnen wird es wohl demnächst mal ein Bild und ein paar Informationen geben.

Und hier gibt es einige Fotos aus Dudweiler.

Das Foto entstand am 30. April 2009.

***

Written by Ronald

30. April 2009 at 16:44

Türen – Fassaden – Dudweiler

leave a comment »

Türen - Fassade - Dudweiler

Türen - Fassade - Dudweiler

Heute mal nix Landschaftliches und nix mit Natur, sondern ein Stillleben.

Diese wunderschöne Tür habe ich im Jahre 2003 fotografiert. Und zwar in der Scheidter Straße in Dudweiler. Die Zahl 1893 ist nicht die Hausnummer, sondern die Jahreszahl der Erbauung (ob sie stimmt, weiß ich leider nicht, ich bin erst 90 Jahre später nach Dudweiler gekommen).

Bei diesem Bild kommt mir ein Buch in den Sinn, das eine ähnlich angenehme Stimmung verbreitet und das ich auch schon mehrfach empfohlen habe, nämlich

Patricia Koelle
Die Füße der Sterne

Ein Buch, das einem das ganze Jahr über Freude macht.

Anekdotisches zur Scheidter Straße in Dudweiler

Die Scheidter Straße in Dudweiler (genauer: deren unterer Teil) wurde früher als Klappergass bezeichnet. Über den Ursprung des früheren Straßennamens gibt es verschiedene Versionen.

Der ehemalige Volksschuldirektor Ludwig Brückner wusste dazu Folgendes zu berichten:
… Im oberen Teil … stand vor 150 Jahren eine Ziegelhütte. Hier wurden Ziegelsteine und Backsteine aus Lehm gebacken oder gebrannt … Da aber zu damaliger Zeit die Lederschuhe als Arbeitsschuhe viel zu teuer waren und dazu vom Lehm leicht brüchig geworden wären, gingen alle Arbeiter der Ziegelhütte in ihren Holzpantinen oder Holzschuhen, meist Holzklumpen genannt, zu ihrer Arbeitsstätte hin oder von derselben weg. Es galt als ungeschriebenes Gesetz jener Zeit, daß sich die Arbeitskameraden in Gruppen und Grüppchen sammelten auf dem Arbeits- oder auch auf dem Nachhausewege, so ähnlich, wie es unsere Bergleute heute noch zu tun pflegen. Wenn nun diese Scharen in ihren Holzklumpen frühmorgens durch die lange Gasse schritten, wurden alle Siebenschläfer aufgeschreckt von dem gleichmäßig – eintönigen Widerhall dieser klappernden Schuhe. Und wenn dasselbe Echo am Abend erdröhnte, war es höchste Zeit den Tisch zu decken. Aus jener Zeit also stammt der arteigene Name „Klappergasse“.

In „Julius Vogt’s Dudweiler Ortgeschichte(n)“ findet sich hingegen die folgende Erklärung:
Die Alten erzählten, dass die Kutschen des Fürsten [Ludwig] und seines Gefolges immer in rasender Eile die Höhen des Scheidter Weges herunter gerollt wären und eine dieser Kutschen einmal einen Zusammenstoß mit einer „vergelschterten“ Kuh gehabt hätte, die die Kutsche umgeworfen hätte. Seit diesem Vorfall wurden, wenn der Fürst nahte, Läufer mit Holzklappern vorausgeschickt, damit die Leute ihr Vieh und ihre Kinder aus dem Wege räumten, daher „Klappergass“.

Quellen:
Brückner, L. (o.D.). Dudweiler Heimatgeschichte der Jugend und dem Volke erzählt von Volksschuldirektor Ludwig Brückner. Maschinenschriftliches Manuskript. Stadtbücherei Dudweiler Saar (72/626).
Meier, F. A. (Hrsg.). Julius Vogt’s Dudweiler Ortsgeschichte(n). Dudweiler Geschichtswerkstatt. 1. Sonderband. Dudweiler, 2005.

 

Written by Ronald

29. April 2009 at 18:44

Dudweiler – ein Blick von der Bergehalde Lydia

with 2 comments

Dudweiler Blick von der Halde Lydia

Dudweiler – ein Blick von der Bergehalde Lydia

Einen Blick von Dudweiler zur Bergehalde Lydia haben wir ja bereits kennengelernt und dabei einen Eindruck gewonnen, wie gewaltig diese Halde auf dem Bergrücken thront.

Nun drehen wir den Spieß um und schauen von der Halde hinab auf Dudweiler. Das Teleobjektiv schneidet zwar nur einen kleinen Ausschnitt heraus, aber dafür sind viele Einzelheiten – trotz der etwas diesigen Sicht – gut zu erkennen.

In der Ecke links unten sehen wir die Christuskirche. Ein Stückchen nach rechts – ein wenig höher – die Kirche St. Marien. Das flache helle Gebäude vor St. Marien ist das katholische Pfarrheim und unmittelbar rechts davon kann man mit etwas Mühe die kleine Aussichtsplattform erkennen, auf der das Bild entstanden ist, das den Blick zur Halde Lydia zeigt. Rechts darunter sehen wir den Rathausturm, der am unteren Rand gerade noch ins Bild ragt. Das Trio Christuskirche, St. Marien und Rathaus haben wir zum Beispiel auf dem Winterfoto kennengelernt.

In der rechten unteren Ecke ist ein mehrstöckiges Haus zu sehen, auf dessen Dach mit ein wenig Mühe ein rot-weißer „Würfel“ zu erkennen ist. Das ist die Sparkasse am Alten Markt. Von dort aus verläuft schräg nach links ein sehr großes Gebäude mit einem flachen Dach (auffallender Lichtreflex). Dies ist die Dudo-Galerie. Dort befindet sich derzeit noch das größte Kaufhaus Dudweilers, eine Filiale von Woolworth. Da Woolworth letzte Woche Insolvenz angemeldet hat, ist zu befürchten, dass diese Filiale bald geschlossen wird und damit Dudweiler noch mehr verödet.

Rechts neben St. Marien ist (knapp unterhalb der Turmuhr) zwischen Geäst die runde Dachkonstruktion des Dudweiler Bürgerhauses zu sehen. Zwischen Bürgerhaus und der Dudo-Galerie erstreckt sich der Dudweiler Anger, der hier durch Bäume verdeckt ist.

Sehr gut erkennt man, wie am Bürgerhaus die Beethovenstraße wie eine große grüne Schlange scharf nach rechts abbiegt und dann nach einer scharfen Linkskurve steil den Berg hinaufführt. Das letzte Haus vor dem Waldrand ist das Hotel Seewald.

Gleich hinter dem Bergrücken liegt auf der rechten Seite mitten im Wald die Saarbrücker Uni.

***

Die Bergehalde Lydia – Ethymologisches und Lydia’s Geheimnis

with 7 comments

Halde Lydia Himmelsspiegel

Die Bergehalde Lydia ist uns ja schon lange ans Herz gewachsen. Wie wir sehen, hat sich seit unserem ersten Besuch – vor einem Monat – einiges getan. In den letzten Tagen ist die Vegetation förmlich explodiert.

Aber heute reden wir mal nicht über die Natur und das Wetter (das ist heute scheußlich; es regnet und regnet und regnet), heute betrachten wir Ethymologisches und ein Geheimnis.

Was bedeutet eigentlich der Begriff „Bergehalde“?

Die naheliegende Vermutung – eine Bergehalde ist eine Halde, die so hoch aufgeschüttet wird, dass sie so groß ist wie ein Berg – ist falsch. „Berge“ ist in diesem Zusammenhang nicht im topographischen Sinne gemeint. Als „Berge“ bezeichnet man in der Fachsprache des Bergbaus den Abfall, der im Rahmen des Kohleabbaus anfällt. Eine Bergehalde ist demnach schlicht eine Schutt- und Abfallhalde. Demnach könnten wir auch von der Abfallhalde Lydia sprechen.

Aber warum trägt dieser gigantische Schuttberg den Beinamen „Lydia“?

Dazu erfahren wir bei Werner Zimmer (2008, S.35): In der Anfangsphase des Bergbaus wurden die Stollen oft mit den Vornamen der herrschenden Schicht und deren Frauen bezeichnet. Später wurden die Vornamen von Bergbauprominenten und die Familiennamen von preußischen Ministern, die für den hiesigen Bergbau zuständig waren, verwandt. Nicht bei allen Schächten und Stollen wurden die Taufpaten in den Akten festgehalten.

Leider scheint der letzte Satz auch für „Lydia“ zuzutreffen. Ich habe jedenfalls bislang keine genauen Angaben hierzu gefunden.
Fest steht Folgendes: Die Halde gehört zur Grube Camphausen (demnächst werden wir erfahren, wer Camphausen war) und zur Grube Camphausen gehörte unter anderem ein Wetterschacht, der – das ist der Schlüssel – ab 1920 Lydia-Schacht genannt wurde (Rudolf Saam , 1997, S.66). Dieser Schacht war bis 1961 in Betrieb und wurde 1962 verfüllt. Von diesem Schacht ist heute nichts mehr zu sehen, da er unter der Bergehalde begraben liegt. Das heißt: Die Halde Lydia erhebt sich über dem ehemaligen Schacht Lydia.

Aber damit wissen wir immer noch nicht, wer die Namenspatin des Schachts und der Halde war. Offenbar müssen wir in den Jahren vor 1920 forschen. Ich werde Augen und Ohren offenhalten und bin zuversichtlich, dass wir Lydia’s Geheimnis lüften werden.

Die Aufnahme entstand am 14. April 2009
Auf dem Lageplan: Blick von 3 nach 2.

Quellen:
Rudolf Saam: Die Bedeutung der Dudweiler Gruben für die Industrialisierung des Saarlandes. In: 1000 Jahre Dudweiler 977-1977. Hrsg. Landeshauptstadt Saarbrücken, Stadtbezirk Dudweiler. Saarbrücker Zeitung Verlag, 1977, S. 258-275.
Werner Zimmer: Die Grube Jägersfreude und ihre Wetterschächte auf Dudweiler Bann. In Historische Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt, Band 10, 2008, S. 25-36.

Die Historischen Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt kann man direkt bei der Geschichtswerkstatt Dudweiler bestellen. Die älteren Bände gibt es zu günstigen Sonderpreisen.

***

Dudweiler Rathaus Glasfenster historisches Wappen

leave a comment »

Glasfenster Dudweiler Rathaus

Glasfenster Dudweiler Rathaus

Dudweiler Rathaus – Glasfenster dokumentieren die Geschichte

Meine Wege führen mich in der Regel mehrmals täglich am Dudweiler Rathaus vorbei. Das Gebäude, das etwas über hundert Jahre alt ist, ist von außen recht ansehnlich. Aber es lohnt sich, das Gebäude hin und wieder mal zu betreten, denn in seinem Innern bietet es im Treppenhaus ein Kleinod: bunte Glasfenster, die anlässlich der 1000-Jahr-Feier im Jahre 1977 gestiftet wurden.

Das mittlere Fenster zeigt das historische Wappen von Dudweiler. Die Berechtigung zur Führung dieses Wappens wurde 1935 verliehen. Es zeigt den Löwen von Nassau-Saarbrücken, der als Besonderheit den Bergmannshammer trägt, um die einstige Haupterwerbsquelle der Dudweiler Bevölkerung zu symbolisieren. Darüber befinden sich der Schriftzug duodonisvillare (= Weiler des Dudo) und die Jahreszahlen 977-1977. Der Schriftzug ist der von Kaiser Otto II. im Jahre 977 unterzeichneten Urkunde nachempfunden.

Das linke Fenster zeigt eine Darstellung von Otto II., dem Unterzeichner jenes Dokumentes, in dem Dudweiler zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Die Darstellung geht zurück auf eine Buchmalerei in einem Bruchstück des „Registrum Gregorii“ aus der Schreibstube zu Trier. Die Darstellung zeigt Kaiser Otto II. (955-983 n. Chr.) mit Reichsapfel und Zepter, wie ihm durch die Reichsteile (Provinzen), dargestellt durch die 4 Frauen, gehuldigt wird. Rechts neben Otto befindet sich das Titelmonogramm mit den Buchstaben für „Otto imperator augustus“. Mit diesem Monogramm ist die Urkunde aus dem Jahre 977 gezeichnet. Links neben der Darstellung Otto II. der Namenszug „Otto“ (Klappentext des Buches „1000 Jahre Dudweiler 977-1977“).

Das rechte Fenster zeigt den Alten Turm, das älteste Bauwerk Dudweilers aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die drei Gestalten und Wappen symbolisieren: Links das Eisenverarbeitende Gewerbe, in der Mitte den Bergbau und rechts Handel, Handwerk und Freies Gewerbe (repräsentiert durch einen Architekten).

Ein kleiner Hinweis: Ein paar weitere Bilder der Glasfenster im Dudweiler Rathaus gibt es hier auf dem Dudweiler-Blog

Bergehalde Lydia – blauer Himmel weiße Wolken

with 6 comments

Bergehalde Lydia Himmel Wolken Halde

Bergehalde Lydia Himmel Wolken Halde

Die Bergehalde Lydia bei Camphausen / Fischbach / Dudweiler ist uns ja schon bestens bekannt.

Heute bin ich zum ersten Mal den Weg am nördlichen Haldenrand entlang Richtung Westen gegangen. Das Schild „Betreten verboten“ habe ich einfach ignoriert, und ich konnte auch keinen vernünftigen Grund erkennen, warum man diesen breiten sehr gut angelegten Weg nicht gehen sollte. Ganz im Gegenteil, dieser Weg hat einiges zu bieten, linker Hand die Halde, rechter Hand die Grube Camphausen. Und als der Weg dann am nordwestlichen Ende in Richtung Süden abbog, bot das Zusammenspiel von Halde, Himmel und Wolken ein spektakuläres Bild.

Und zu diesem Bild fällt mir ein ganz besonderer Buchtipp ein:
Patricia Koelle
Die Füße der Sterne

Ein Buch voller wundervoller Geschichten, die die gleiche Leichtigkeit und Freiheit ausstrahlen wie dieses Foto. Ein Buch, das man zu allen Jahreszeiten lesen kann. Und das man nicht nur einmal liest. Selbst das Titelbild des Buches passt zu dem Halden-Himmels-Wolken-Foto.

Und noch ein Wort zum Wetter: Gestern war’s bei uns richtig frühlingshaft warm. Aber heute war’s um etliche Grad kälter, so dass ich mich richtig dick einpacken musste. Und das war unbedingt erforderlich, denn auf der Halde wehte ein enormer kalter Wind. Und der Wind war so stark, dass nur meine geistesgegenwärtigen Reflexe verhinderten, dass meine Mütze über die Weiten den Saarkohlenwaldes hinwegflog. Oben auf dem Plateau habe ich mich dann kaum an den Rand gewagt aus Angst, der Wind könne auch mich wegpusten. Aber Himmel, Wolken und Landschaft haben dann doch für die unangenehmen Temperaturen entschädigt.

Und zur Aufnahme: 8. April 2009, 13:11 Uhr. Am nordwestlichen Rand der Bergehalde Lydia, Blick nach Süden.

Herrensohr St. Marien Kirche

with 2 comments

Herrensohr St. Marien Kirche

Herrensohr St. Marien Kirche

Klare Farben, klare Linien – so was liebe ich.

Das Foto entstand am 2. April 2009 bei meinem Spaziergang zur Bergehalde Grühlingstraße. Da die Autobahn A 623 keinen Zugang von Jägersfreude aus ermöglicht, musste ich an der Kirche in Herrensohr starten und dann eine gute halbe Stunde durch den Wald marschieren um zur Halde zu gelangen. Und dann das Ganze wieder zurück. Auf dem Heimweg ist dann dieses Foto entstanden.

Über Herrensohr – insbesondere den seltsamen Namen – werde ich demnächst mal berichten.

Heute richten wir unser Augenmerk auf den Mond, der sich – vom Fotografen gewollt – in das Bild geschlichen hat.

Wie man sieht, ist der Mond in seiner zunehmenden Phase, ziemlich genau in der Mitte zwischen Neumond und Vollmond. Wenn man das Aufnahmedatum – 2. April – berücksichtigt, kann man leicht ausrechnen, dass das Bild genau zehn Tage vor Ostern entstand.

Auf dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 n. Chr. wurde festgelegt, dass Ostern an dem Sonntag gefeiert wird, der dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn folgt. Klingt kompliziert, ist aber einfach: Erst muss mal der Frühling begonnen haben, dann warten wir bis zum ersten Vollmond und am drauf folgenden Sonntag feiern wir Ostern (was ist eigentlich, wenn der Vollmond auf einen Sonntag fällt?). Aus dieser Festlegung ergibt sich, dass Ostern frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert wird.

In diesem Jahr (2009) fällt der Ostersonntag auf den 12. April, Ostern liegt also relativ spät. Das ist gut so, denn durch den ewig langen Winter wäre Ostern bei einem frühen Termin noch sehr kahl gewesen. So bleibt die Hoffnung, dass die Natur bis Ostern zu voller Frühlingspracht erwacht sein wird.

Zu Nizäa (auch: Nikaia, Nikäa, Nicaia, Nicaea, Nicäa): Eine antike Stadt in Kleinasien (heute: Iznik in der Türkei) . War bereits früh Bischofssitz, seit 451 Sitz eines Metropoliten. In Nizäa fand 325 das erste und 878 das siebte Ökumenische Konzil statt (Quelle: Brockhaus Lexikon).

Und weil wir grade beim Thema Ostern sind – hier kann man
Ostergeschichten und Ostergedichte
kostenlos im Netz lesen.

Halde Grühlingstraße – Blick nach Norden

with 8 comments

Halde Grühlingstraße - Blick nach Norden

Die Halde Grühlingstraße haben wir ja bereits bei einem Blick aus meinem Fenster aus der Ferne kennengelernt. Heute – am 2. April 2009 – habe ich sie zu ersten Mal besucht.

Auch diese Halde bietet grandiose Aussichten. Aber leider war es trotz Sonnenschein noch ein bisschen diesig, sodass die Aussicht stets ein bisschen verwaschen war. Aber im Laufe der Zeit werden sich sicherlich noch viel bessere Gelegenheiten bieten.

Das Foto zeigt das Gipfelkreuz, das man auch von meinen Wohnzimmerfenster aus (gerade noch) erkennen kann. Der Blick geht Richtung Norden und schweift weit über den Saarkohlenwald. Am Horizont ist das Kraftwerk Weiher II in Göttelborn zu erkennen. Das Dorf rechts unterhalb ist Fischbach, das unmittelbar an der Bergehalde Lydia liegt, die wir ja bereits bestens kennen. Wenn man am rechten Bildrand ganz genau hinschaut, wird man über dem Bergrücken einen leichten „Schatten“ sehen. Das ist die kleine Erhebung, die sich am Nordende des Plateaus der Bergehalde Lydia befindet und auf dem ersten Foto der Halde Lydia groß zur Geltung gekommen ist.

Hinweis: Hier gibt es ein Fotoalbum mit Bildern zum Haldenrundweg rund um den Saarkohlenwald im Regionalpark Saar.