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Halde Grühlingstraße – Literarischer Aufstieg

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Halde Grühlingstraße - Literarischer Aufstieg

Halde Grühlingstraße - Literarischer Aufstieg

Die Halde Grühlingstraße haben wir ja bereits gestern kennengelernt.

Heute gibt es ein paar Zusatzinformationen, die den Blick auf eine Besonderheit dieser Bergehalde lenken.

Zunächst mal ein paar allgemeine Daten:
Die Halde Grühlingstraße liegt im nördlichen Stadtgebiet von Saarbrücken. Sie liegt zwar unmittelbar westlich von Jägersfreude, aber aufgrund des Verlaufs der Autobahn A 623 (Grühlingstraße) ist die Halde leider nicht von Jägersfreude aus zu erreichen.
Verglichen mit der Bergehalde Lydia ist die Halde Grühlingstraße recht klein. Gleichwohl ist auch die „kleine“ Halde Grühlingstraße sehr beeindruckend. Sie hat einen steilen Anstieg (der im linken Bild nicht voll zur Geltung kommt). Sie besitzt sehr tiefe Erosionsrinnen. Und auf ihrem Plateau befindet sich ein Gipfelkreuz, das wir ja bereits kennen. Auf dem Satellitenbild von Google-Maps ist die bemerkenswerte Struktur der Halde wunderbar zu erkennen.

Das Besondere an der Halde Grühlingstraße ist aber etwas anderes, nämlich der sogenannte Literarische Aufstieg.
Im linken Bild sehen wir, dass der Aufstieg zur Halde treppenähnliche Stufen aufweist. Hierbei handelt es sich um in den Boden eingelassene Stufen, in die jeweils ein Text eingraviert ist. Den Textanfang der ersten Stufe sehen wir im rechten Bild.
Auf zahlreiche Stufen verteilt (es sind wohl 13 Stufen; aber ich habe nicht aufgepasst und werde dies bei meinem nächsten Besuch nachholen) findet sich ein Auszug aus „Die Kinder der Toten“ von der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Der Anfang lautet: „Im Gebirge, wo die Beschaulichkeit leicht von Blitzen zerrissen werden kann, diesen vorübergehenden Schrecken, die im Grunde wenig hervorbringen, aber viel kaputtmachen, im Gebirge sind ein paar Menschen verschwunden. Dafür sind andere wiedergekommen …“
Der Besucher kann den mühsamen steilen Aufstieg zeitlich strecken, indem er auf dem Weg zum Gipfel im Geiste den Jelinekschen Text zusammenbaut. Wenn er es dann auf dem Gipfel schafft, den gesamten Text am Stück zu rezitieren, dann hat er seinen Geist mindestens genauso trainiert wie seinen Körper.
(Falls jemand „Die Kinder der Toten“ besitzt: Ich würde mich freuen zu erfahren, wie dieser Text weitergeht.)

Mein literarischer Tipp, der sehr gut zu der großartigen Aussicht passt, die sich auf der Halde Grühlingstraße bietet:
Patricia Koelle: Die Füße der Sterne

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Halde Grühlingstraße – Blick nach Norden

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Halde Grühlingstraße - Blick nach Norden

Die Halde Grühlingstraße haben wir ja bereits bei einem Blick aus meinem Fenster aus der Ferne kennengelernt. Heute – am 2. April 2009 – habe ich sie zu ersten Mal besucht.

Auch diese Halde bietet grandiose Aussichten. Aber leider war es trotz Sonnenschein noch ein bisschen diesig, sodass die Aussicht stets ein bisschen verwaschen war. Aber im Laufe der Zeit werden sich sicherlich noch viel bessere Gelegenheiten bieten.

Das Foto zeigt das Gipfelkreuz, das man auch von meinen Wohnzimmerfenster aus (gerade noch) erkennen kann. Der Blick geht Richtung Norden und schweift weit über den Saarkohlenwald. Am Horizont ist das Kraftwerk Weiher II in Göttelborn zu erkennen. Das Dorf rechts unterhalb ist Fischbach, das unmittelbar an der Bergehalde Lydia liegt, die wir ja bereits bestens kennen. Wenn man am rechten Bildrand ganz genau hinschaut, wird man über dem Bergrücken einen leichten „Schatten“ sehen. Das ist die kleine Erhebung, die sich am Nordende des Plateaus der Bergehalde Lydia befindet und auf dem ersten Foto der Halde Lydia groß zur Geltung gekommen ist.

Hinweis: Hier gibt es ein Fotoalbum mit Bildern zum Haldenrundweg rund um den Saarkohlenwald im Regionalpark Saar.

Halde Grühlingstraße – Abendstimmung

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Halde Grühlingstraße

Die Bergehalde Lydia haben wir ja bereits kennengelernt. Nun werfen wir einen Blick auf die Halde Grühlingstraße. Auch sie gehört zu den zahlreichen Kunstbergen, die im Rahmen des Bergbaus durch Aufschüttung entstanden sind und die ohnehin bergreiche Landschaft des Saarlandes bereichern. Beide Halden sind markante Punkte auf dem Haldenrundweg rund um den Saarkohlenwald.

Die Halde Grühlingstraße gehört zur Grube Jägersfreude und liegt etwa dreieinhalb Kilometer süd-süd-westlich von der Halde Lydia.

Beide Halden liegen unmittelbar an der Grühlingstraße, die bereits von den Römern als wichtiger Verbindungsweg genutzt wurde. Heute bildet die Grühlingstraße die A 623. Und da die A 623 eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen nach Saarbrücken ist, brausen Tag für Tag Tausende Autofahrer an den beiden Bergehalden vorbei.

Die Aufnahme entstand am 9. November 2001 beim Blick aus meinen Wohnzimmerfenster; und dabei musste das Teleobjektiv wohl bis an seine Grenze (300mm) gehen, denn die Entfernung beträgt 3,6 Kilometer Luftlinie (hab ich gerade anhand einer Wanderkarte ausgerechnet). Dieser Ausblick gehört leider nicht zu meinem Standardpanorama. Mein Wohnzimmerfenster zeigt nach Nord-West (siehe hier); die Halde Grühlingstraße liegt aber in Richtung Süd-West. Das heißt: Wenn ich diese Aussicht genießen will, muss ich mich ein Stück aus dem Fenster lehnen – und da ich alles andere als schwindelfrei bin, tu ich das nicht besonders gerne. Aber bei einem solch spektakulären Himmelsbild biete ich dann doch alle Selbstüberwindungskräfte auf.

Bergehalde Lydia

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Bergehalde Lydia

Heute – 17. März 2009 – habe ich zum ersten Mal die Bergehalde Lydia besucht. Und dies ist das erste Foto, das ich dort aufgenommen habe.
Mit Sicherheit werde ich diese Halde noch öfter besuchen und den Wandel der vielfältigen Aussichten, die diese Kunstlandschaft bietet, über den Jahresverlauf dokumentieren.

Zunächst mal ein paar kurze Informationen:

Das Saarland hat viele Berge. Die sind zwar nicht besonders hoch, aber doch sehr zahlreich. Aber mit den saarländischen Bergen ist das so eine Sache – nicht alle sind echt. Genauer gesagt: Einige saarländische Berge sind gar nicht auf natürliche Weise entstanden, sondern durch Menschenhand erschaffen. Aus Schutthalden, die im Rahmen des Kohleabbaus angehäuft wurden, sind hohe Berge entstanden, die im Laufe der Zeit von der Natur erobert wurden und die – wenn man nicht genauer hinschaut – wie echte Berge wirken.

Die Bergehalde Lydia ist ein solches von Menschenhand geschaffenes Gebilde. Sie liegt im Norden von Saarbrücken auf dem langgestreckten Bergzug der Grühlingshöhe, die das Fischbachtal (Westseite) und das Sulzbachtal (Ostseite) voneinander trennt. Der gigantische Schuttberg, der durch sein ebenes Plateau leicht als Kunstprodukt erkennbar ist, wurde in den letzten Jahren rekultiviert und soll nun als Bestandteil des Haldenrundwegs im Saarkohlenwald Touristen anlocken. In der Tat bietet das Plateau faszinierende Aussichten. Auf der Westseite erstreckt sich ein großes Waldgebiet, das nicht mehr weiter bewirtschaftet werden darf und sich zu einem Urwald entwickeln soll. Auf der Ostseite hat man einen hervorragenden Blick auf Dudweiler und das Sulzbachtal und die Berge, die das Tal von Osten her begrenzen. Im Norden ragt das Kraftwerk Weiher (Göttelborn / Quierschied) über den Bergrücken. Im Foto ist die Dampfwolke erkennbar, die der Kühlturm gen Himmel schickt. Man muss vom Aufnahmestandort nur ein bisschen weiter nach links laufen, dann hat man einen guten Blick auf das Kraftwerk und die Halde Göttelborn, die ebenfalls zum Haldenrundweg gehört.

Den folgenden Text habe ich auf der Webseite der RAG Montan Immobilien gefunden:
Nach einem Leitbild des EU-Projekts SAUL (Sustainable and Accessible Urban Landscapes) rekultiviert, zeigt die Halde Lydia im saarländischen Quierschied beispielhaft, wie ehemalige Bergbaustandorte einen Beitrag zum Strukturwandel leisten können. Das künstliche Landschaftsbauwerk gehört zum Haldenrundweg im Saarkohlenwald und fasziniert seine Besucher vor allem durch den in das Plateau eingelassenen, mit Regenwasser gefüllten „Himmelsspiegel“.
Quelle: http://www.rag-montan-immobilien.de/index.php?SiteID=182

Auf dem Lageplan: Blick von 15 nach 2.
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