Herbstgedicht

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Schmetterlinge Nierenfleck-Zipfelfalter

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Nierenfleck-Zipfelfalter Thecla betulae

21. September 2009: Am letzten Freitag sollte mein fotografischer Spaziergang eigentlich zum Rosenfeld führen. Aber wie wir wissen kam ich nicht bis dorthin, weil ich auf der Brachfläche kurz hinter dem Dudweiler Bürgerhaus durch zwei sich paarende Hauhechel-Bläulinge aufgehalten wurde.

Heute wollte ich das Versäumte nachholen. An der Stelle, an der vor ein paar Tagen die Fotosession mit den paarungswilligen Bläulingen stattfand, wurde ich zunächst ein Weilchen aufgehalten. Dort schwirrten ein Dutzend Bläulinge rum – allerdings nicht bei der Paarung – sowie drei Gelblinge, zwei Weißlinge und zwei Kleine Feuerfalter.

Nach einer Weile habe ich mich aber zum Weitergehen gezwungen – und es sollte sich lohnen. Auf der brachliegenden Fläche Im Rosenfeld begegneten mir etliche Gelblinge, etliche Weißlinge, ein Tagpfauenauge, ein Admiral, ein C-Falter, ein Kleines Wiesenvögelchen. Daraus kann man schon ersehen, dass es auch Ende September noch reichlich Schmetterlinge gibt.

Aber es gab noch was ganz Besonderes. Heute ist mir ein Schmetterling über den Weg geflattert, den ich zuvor noch nie gesehen habe. Mein erster Fotografierversuch ging voll daneben: Auf dem Bild war nur ein grünes Blatt zu sehen, denn bevor ich abdrücken konnte, war der Bursche verschwunden. Danach gelang mir eine Aufnahme – und schwupp flatterte das Tier schon wieder davon.

Ich musste ihm gut dreißig Meter folgen, bis er sich niederließ. Offenbar hatte der Gute seine Lieblingspflanze gefunden, denn in der Folgezeit hielt er sich nur dort bzw. auf den benachbarten Pflanzen der gleichen Art auf. Und bei dieser Gelegenheit konnte ich ihn von allen Seiten fotografieren. Wie das Foto beweist, konnte ich auch dieses Mal das Tier auf meinen Finger locken und dort fotografieren. Allmählich bekomme ich den Eindruck, dass Schmetterlinge mich mögen.

Zuhause habe ich durch mein schlaues Schmetterlinge-Buch (Settele u.a.: Schmetterlinge. Die Tagfalter Deutschlands. 2. Auflage) erfahren, dass es sich um einen Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae) handelt. Offenkundig ist es ein Weibchen, denn nur die Weibchen besitzen auf der Oberseite der Vorderflügel die namengebenden nierenförmigen orangenen Flecken. Diese sind hier zwar nicht direkt sichtbar, aber man sieht sie durchschimmern (ich habe auch etliche Aufnahmen den Flügeloberseiten).

Nierenfleck-Zipfelfalter werden auch als Birken-Zipfelfalter bezeichnet. Hier sind die Weibchen wesentlich größer als die Männchen. Und Zipfelfalter gehören zu den Bläulingen. Laut meinem Schmetterlingsführer sind die Nierenfleck-Zipfelfalter zwar gar nicht selten, mann kann sie aber nur sporadisch beobachten. Also: Glück gehabt!

Ein Nachtrag: Ich habe erwähnt, dass sich unsere Zipfelfalter-Dame ständig an ein und derselben Pflanzenart aufgehalten hat. Gut möglich, dass sie mit der Eiablage beschäftigt war. Zur Nahrungsaufnahme war sie auf jeden Fall nicht dort. Schade, dass ich diese Pflanze nicht kenne. Ein Teil der Pflanze ist auf einem Foto zu sehen, das ich bei flickr eingestellt habe. Vielleicht kann sie jemand identifizieren.
*** Hier ist der Link zum flickr-Foto

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