Herbstgedicht

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Archive for the ‘Fotografie’ Category

Lügenbaron zu Guttenberg

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Bergehalde Grühlingstraße

Bergehalde Grühlingstraße

Dr. zu Guttenberg – Guttenberg – Lügner – Betrüger – Hochstapler – Plagiat – Dr. plag. – Dr. plag. zu Guttenberg – Verteidigungsminister – Minister – Moral – Lügenbaron – CDU – CSU – Politik – Dissertation – Doktortitel – Plagiatsvorwurf

Lügenbaron zu Guttenberg

 
Das Foto zeigt den Gipfel der Bergehalde Grühlingstraße. Diese Halde ist Teil des Haldenrundwegs, der verschiedene „Halden als besondere Relikte des Bergbaus und Landmarken des Saarkohlenwaldes miteinander [verbindet]“ (aus der Broschüre „Regionalpark Saar – Der Haldenrundweg“, herausgegeben vom Ministerium für Umwelt des Saarlandes). Die Bergehalde Grühlingstraße liegt im Norden von Saarbrücken unmittelbar westlich der Autobahn A 623; auf der östlichen Seite der Autobahn liegt Jägersfreude, ein Ortsteil von Dudweiler, welches seinerseits der nördlichste Stadtbezirk von Saarbücken ist.

Ich widme dieses Foto unserem Herrn Verteidigungsminister [Dr. plag.] Karl Theodor zu Guttenberg, der in diesen Tagen auch noch die letzten Reste politischer Moral zu Grabe trägt. Als die ersten Vorwürfe aufkamen, bei erheblichen Teilen seiner Dissertation fehlten die erforderlichen Quellenangaben, wies der Herr Minister alle Vorwürfe als abstrus zurück. Kurz darauf wurden immer mehr gestohlene Textpassagen publik und der Herr Minister räumte ein, ihm könnten vielleicht ein paar Unachtsamkeiten unterlaufen sein. Als noch mehr unredliche Passagen ans Licht kamen, bot der Herr Minister an, für ein paar Wochen auf seinen Doktortitel zu verzichten. Und nun, da absolut nicht mehr von der Hand zu weisen ist, dass er zahlreiche Passagen schlicht und einfach geklaut hat, bietet der Herr Minister an, seinen Doktortitel zurückzugeben. – Schwamm drüber, fertig! – So einfach ist die Sache.

CDU und CSU stützen ihren politischen Supermann mit allen Kräften. Dass er ein Lügner und Betrüger ist, ist doch scheißegal! Hauptsache, das Volk ist blöd genug und lässt sich von dem gutaussehenden Selbstdarsteller auch weiterhin blenden.

Und die Moral von der Geschicht’: Jeder kann klauen, lügen und betrügen so viel er will. Wenn der Dieb erwischt wird, gibt er im schlimmsten Fall das Diebesgut „freiwillig“ zurück. Jeder? Nun ja, vielleicht nicht jeder – aber wenn es sich um einen Politiker handelt, dann geht das allemal.

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Schwarz-Weiß-Fotografie

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Drachen auf der Bergehalde Lydia

Drachen auf der Bergehalde Lydia

Schwarz-Weiß-Fotografie – Farbfoto – Schwarz-Weiß – Fotografie – Drachen – Drachensteigen – Bergehalde Lydia – Halde – Buchtipps – Alles voller Himmel – Weihnachtsgeschichten – Weihnachtsgedichte – Scherenschnitte – Herbstfoto – Friseurgeschichten

Schwarz-Weiß-Fotografie
Oder: Wie man aus der Not eine Tugend macht

Gestern (13. Oktober 2010) war ich mal wieder auf der Bergehalde Lydia. Als ich auf dem Plateau ankam (Dudweiler Seite), erblickte ich auf der gegenüberliegenden Seite (Fischbach-Seite) eine ganze Kinderschar und in der Luft schwebten etliche Drachen. Es freut mich immer, wenn Kinder das phantastische Haldengelände nutzen. Da auf oben auf der Halde fast immer viel Wind herrscht, ist das Plateau eigentlich ideal zum Drachsteigenlassen. Dummerweise war gestern der Wind ungewöhnlich schwach, so dass die Bedingungen ausnahmsweise mal nicht günstig waren. Ich denke aber, die Kinder hatten trotzdem viel Spaß.

Als Kind habe ich auch sehr gerne Drachen steigen lassen. Die Drachen habe ich damals zusammen mit meinem Opa selbst gebastelt. Die Holzlatten („Dracheläddscher“) habe ich in der benachbarten Schreinerei zurechtschneiden lassen, robustes Packpapier und lange dicke Kordeln beim Piffri gekauft.

Drachensteigenlassen ist zwar eine sehr schöne Beschäftigung, aber es lässt sich gar nicht so einfach fotografieren. Man will ja in der Regel sowohl die Menschen als auch den Drachen im Bild haben. Doch wenn der Drachen weit oben in der Luft schwebt, ergibt sich notgedrungen eine sehr große Himmelsfläche, die – wenn sie nicht durch Wolken gut strukturiert ist – eher eintönig wirkt.

Das Foto, das ich ausgewählt habe, ist eigentlich eine Farbaufnahme. In Farbe wirkt das Bild arg langweilig. Da habe ich einfach aus der Not eine Tugend gemacht und das Bild in Schwarz-Weiß umformatiert. Durch die scharfen Kontraste wirkt es wie ein Scherenschnitt und – wie ich finde – ausgesprochen interessant.

Zu diesem Foto fallen mir gleich drei Buchtipps ein.

Tipp 1:
Patricia Koelle
Alles voller Himmel
Roman
ISBN 978-3-939937-11-1

Allein schon der Buchtitel passt hervorragend zur Bergehalde Lydia. Wenn man oben auf der Halde ist, dann ist rundherum buchstäblich Alles voller Himmel. Witzigerweise spielt das Drachensteigenlassen in Patricia Koelles Roman eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Kein Wunder also, dass ich bei diesem Foto sofort an Alles voller Himmel denke.

Tipp 2:
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte
ISBN 978-3-939937-09-8

Dieses Buch kommt mir nicht nur deshalb in den Sinn, weil Weihnachten mit Riesenschritten naht, sondern vor allem weil dieses Buch neben Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichten auch eine ganze Reihe weihnachtlicher Scherenschnitte von Hilde Bergmann enthält. Dass das Drachen-Foto wie ein Scherenschnitt wirkt, habe ich ja schon gesagt. Und dass die weihnachtlichen Scherenschnitte ausgerechnet von Hilde Bergmann stammen, passt perfekt zur Bergehalde Lydia.

Tipp 3:
Abenteuer im Frisiersalon
ISBN 978-3-9809336-0-5

Dieses Buch enthält Kurzgeschichten rund um das Thema Friseur, Frisur, Frisiersalon, Haare schneiden, Haare färben … Unter anderem auch die Kurzgeschichte „Beim Piffri“, in der „mein“ Friseur die Hauptrolle spielt. Dieser Friseur – der „Piffri“ – hatte auch einen Tante-Emma-Laden, in dem ich, wie oben erwähnt, Packpapier und Kordel für das Drachenbauen gekauft habe.

Alle Bücher kann man selbstverständlich auch
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Raben

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Sonnenuntergang mit Rabe

Sonnenuntergang mit Rabe

Sonnenuntergang – Abendhimmel – Abendrot – Raben – Vögel – Tierfotos – Fotografie – Silhouette – Scherenschnitt – Oktoberhimmel

Sonnenuntergang mit Rabe

Gestern Abend (11. Oktober 2010) bot sich zwischen 18:30 und 18:45 Uhr ein sehenswerter Sonnenuntergang. Während ich den Abendhimmel fotografierte, flogen ein paar Raben durchs Bild. Daraufhin habe ich meine Aufmerksamkeit auf die Raben gerichtet und dabei sind mir endlich auch einmal ein paar gute Raben-Fotos gelungen.

Raben gehören zum alltäglichen Erscheinungsbild meiner Umgebung. Früher ist mir das gar nicht aufgefallen, aber seit dem letzten Jahr achte ich darauf und sie begegnen mir auf Schritt und Tritt. Fast immer wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich einen oder mehrere. In den Abendstunden versammeln sich oft größere Gruppen und vor Kurzem habe ich zwei Schwärme beobachtet, die jeweils um die fünfzig Vögel umfassten. Auch auf der Straße gehören Raben zum alltäglichen Erscheinungsbild, sogar in der Fußgängerzone sind sie zu sehen.

Raben sind wirklich kluge Tiere und zurzeit bieten sie ein beeindruckendes Schauspiel: Des Öfteren beobachte ich Raben, die eine Nuss im Schnabel tragen, steil in die Höhe fliegen, die Nuss auf die Straße fallen lassen und dann blitzschnell nach unten stoßen und die aufgeplatzte Nuss in Sicherheit bringen, bevor sich ein Auto nähert. Es ist auch schon vorgekommen, dass die Nuss nicht aufplatzte und der Rabe daraufhin dieses Manöver wiederholte.

Ich mag Raben ja sehr gerne – doch das beruht leider nicht auf Gegenseitigkeit. Ich habe schon oft versucht, Raben zu fotografieren, aber es sind mir keine guten Fotos gelungen. Diese Burschen sind einfach viel zu clever. Sie lassen sie mich zwar auf wenige Meter herankommen, doch sobald ich den Fotoapparat auf sie richte, fliegen sie auf und davon. Für Aufnahmen aus größerer Entfernung ist mein Fotoapparat leider nicht besonders tauglich. Der macht zwar recht gute Makroaufnahmen, aber im Telebereich ist die Leistung recht schwach.

Es freut mich sehr, dass mir gestern bei dem imposanten Abendhimmel ein paar gute Raben-Fotos gelungen sind.

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Written by Ronald

12. Oktober 2010 at 08:40

Goldener Oktober

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Herbstlaub - Oktoberhimmel

Herbstlaub - Oktoberhimmel

Goldener Oktober – Oktober – Oktoberwetter – Wetter – Wettergott – Herbst – Herbstwetter – Herbstlaub – Herbstlich – Herbstblätter

Goldener Oktober

In diesem Jahr hat uns der Wettergott wahrlich nicht verwöhnt. Allenfalls der April hat gute Noten verdient. Nun hoffen wir, dass uns wenigstens ein Goldener Oktober beschert wird. Die ersten sieben Oktobertage liegen hinter uns und bislang ist die Bilanz arg durchwachsen. Der erste und der zweite Oktober boten eine Fortsetzung der scheußlichen Septemberwetters. Der dritte und der vierte brachten Sonne und angenehm milde Temperaturen. Der fünfte war trüb und nass, der sechste sonnig und mild. Gestern gelang es der Sonne erst am späten Nachmittag, die Hochnebelfelder aufzulösen, so dass der siebte Oktober zum größten Teil ein trübes Bild bot.

Der ZDF-Wetterfrosch hat gestern Abend versprochen, dass die Hochnebelfelder heute zügiger aufgelöst werden – ich bin gespannt, ob er recht behalten wird. Im Moment (8:30 Uhr) ist der Himmel zwar noch bedeckt, aber hier und da sind blassblaue Flächen zu erkennen – das lässt hoffen. Und die kommenden Tage sollen sogar durchgehend sonnig (aber leider auch deutlich kühler) werden – schaun mer mal.

Zur Beschwörung des Wettergottes habe ich ein Foto gewählt, das den Oktober von seiner besten Seite zeigt. Ich habe es am Montag (04. Oktober 2010) in der St. Avolder Straße am Parkplatz des Dudweiler Hallenbads aufgenommen. So wünscht man sich den Oktober: blauer Himmel, mildes Sonnenlicht und herbstlich-bunte Blätter. Zwei Tage später waren übrigens die Blätter, die hier im Bild sind, fast vollständig vom Winde verweht. Einige Bäume sind bereits kahl, andere zeigen sich im bunten Blätterkleid, doch bei den meisten überwiegt noch das dunkle Grün. Der Herbst ist also gerade erst dabei, seine Farbenpracht zu entfalten. Wenn das Wetter mitspielt und die Sonne uns mit mildem Herbstlicht verwöhnt, dann könnte uns der Oktober ein bisschen für das recht besch…eidene Wetter 2010 entschädigen.

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Written by Ronald

8. Oktober 2010 at 08:09

Weidenjungfer

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Weidenjungfern - Lestesviridis

Weidenjungfern - Lestes viridis

September – Septemberwetter – Sommer – Herbst – Altweibersommer – Dudweiler Stadtpark – Libellen – Kleinlibellen – Teichjungfern – Weidenjungfer – Lestidae – Lestes viridis – Chalcolestes viridis – Libellenfotos

Weidenjungfer – Lestes viridis

Über das schlechte Septemberwetter 2010 – zu nass und viel zu kalt – habe ich ja gestern schon berichtet. Damit der September nicht ganz so schlecht abschneidet, habe ich heute ein Foto ausgesucht, das ihn in einem recht freundlichen Licht zeigt.

Die Aufnahme stammt vom 22. September 2010. Das war der letzte Sommertag. An diesem Tag herrschte – ebenso wie am drauffolgenden Tag, dem Herbstanfang, 23. September – freundliches Altweibersommerwetter. Danach wurde das Wetter sehr garstig und ist es bis heute geblieben, aber das will ich jetzt gar nicht vertiefen, denn die Meteorologen haben angekündigt, dass ab morgen (3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit) eine kleine Schönwetterphase beginnen soll.

Zurück zum Foto: Die Aufnahme entstand im Dudweiler Stadtpark. Sie zeigt ein Weidenjungfern-Pärchen in Tandem-Formation. Die Weidenjungfer (Lestes viridis, auch Chalcolestes viridis) ist eine Kleinlibelle aus der Familie der Teichjungfern (Lestidae). Teichjungfern sind leicht anhand ihrer grünmetallischen bis bronzefarbigen Färbung zu erkennen. Außerdem spreizen sie – untypisch für Kleinlibellen – in Ruhehaltung die Flügel schräg ab, so wie es auf dem Bild zu sehen ist (lediglich die Gemeine Winterlibelle Sympecma fusca, die ebenfalls zu den Teichjungfern zählt, hält die Flügel in Ruhelage geschlossen). Seit ein paar Wochen sind die Weidenjungfern die beherrschende Art unter den Kleinlibellen im Dudweiler Stadtpark. In den letzten Tagen habe ich dort gar keine andere Kleinlibellenart mehr angetroffen. Der Weidenjungfer sind wir auf diesem Blog übrigens schon einmal begegnet: Die Lestes viridis ist die einzige heimische Libelle, die ihre Eier in dünne Äste sticht, bevorzugt solche, die über das Wasser ragen. Im Schutz der Rinde überwintern die Eier und können bis unter -30 Grad Kälte ertragen. Im April schlüpft die Prolarve, lässt sich ins Wasser fallen und entwickelt sich sehr schnell zur Larve.

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Septemberwetter 2010

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Regenperlen

Regenperlen

Wetter – September 2010 – Septemberwetter – Deutschlandwetter – Saarlandwetter – Deutscher Wetterdienst – Temperaturen – Regen – Sonnenscheindauer – Sonnenscheinstunden – Saarland – Scheißwetter – Löwenzahn – Pusteblumen – Fotografie

Septemberwetter 2010

So, der September 2010 liegt nun hinter uns. Der wesentliche Eindruck, den er hinterlassen hat: Scheißwetter!

Die Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes drückt dies ein wenig vornehmer aus:
Deutschlandwetter im September 2010
Etwas zu kühl und gebietsweise extrem nass

Deutschlandweit lagen die mittleren Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst knapp ein Grad unter dem langjährigen Mittel, es gab reichlich Niederschläge und örtlich neue Monats-Regenrekorde, dennoch „wurde das Sonnenscheinsoll noch fast erreicht“.

Im Saarland lagen die Temperaturen sogar 1,3 Grad unter dem langjährigen Mittel, nämlich bei 12,4 Grad (Mittel: 13,7 Grad). Die Regenmenge lag mit 77 Liter pro Quadratmeter deutlich über dem Mittel (66 Liter pro Quadratmeter). Bemerkenswerterweise belegte das Saarland mit 164 Sonnenscheinstunden (Mittel: 162) hinter Baden-Württemberg den 2. Platz. – Dass es viel zu kühl und viel zu nass war, habe ich auch so empfunden, dass wir im Hinblick auf die Sonnenscheinstunden vergleichsweise gut weggekommen sind, habe ich allerdings nicht bemerkt. Oft wenn ich zum Fotografieren unterwegs war, war es trüb und trist, so dass die Spätsommer- und Herbstfarben kaum richtig zur Geltung kamen.

Passend zu meinem subjektiven Septembereindruck habe ich ein Foto ausgewählt, das ich gestern (am 30. September 2010) aufgenommen habe. Als ich am frühen Nachmittag losging, nieselte und nieselte es. Gott sei Dank habe ich dann doch noch eine kurze Regenpause erwischt. Auf dem regennassen Dudweiler Anger stand ein Grüppchen von etwa zwei Dutzend regennassen Löwenzahn-Pusteblumen. Pusteblumen sind ja immer ein dankbares Fotomotiv – und wie man sieht: auch bei Regenwetter. Bei diesem Foto ist sogar der milchig-trübe Regenhimmel kein Störfaktor – das flächige Einheits-Grau-Blau lässt die Pusteblumen-Fallschirmchen und die winzigen Regentröpfchen besonders gut hervortreten.

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Selbstbildnis

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Heuschrecke - evtl. Roesels Beißschrecke

Heuschrecke - evtl. Roesels Beißschrecke

Selbstbildnis – Selbstportrait – Insektenfotos – Heuschrecke – Roesels Beißschrecke – Laubheuschrecke – Langfühlerschrecke – Juli – Wetter – Juliwetter


Selbstbildnis mit Heuschrecke


Selbstbildnis mit Heuschrecke oder umgekehrt – so lautet der Titel dieses Fotos.

Es wird ja immer wieder darauf hingewiesen, dass man nicht allzu leichtfertig persönliche Daten ins Internet stellen soll. Aber allen Warnungen zum Trotz stelle ich heute mal wieder ein Selbstbildnis ins Netz.

Nachdem die ersten drei Juliwochen extrem heiß und trocken waren, waren die letzten Tage ungewöhnlich kühl. Seit Tagen herrscht aprilmäßiges Herbstwetter mit ständigen Wechseln von Regenschauern, trübem Himmel und sonnigen Abschnitten. Eine Regenpause habe ich heute (29. Juli 2010) für einen kleinen Spaziergang zum Teich im Wiesengrund in Dudweiler genutzt. Dort ist mir unter anderem diese schöne Heuschrecke begegnet, die sich für ein paar Fotos als Model zur Verfügung stellte. Ich vermute, dass es sich um Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeselii) handelt. Da ich kein Heuschreckenkenner bin und auch keinen speziellen Heuschreckenführer besitze, ist diese Bestimmung mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Sicher ist auf jeden Fall, dass es sich um eine Langfühlerschrecke handelt.

Egal ob Roesels Beißschrecke oder was anderes – die Gute hat sich als Projektionsfläche für ein Selbstbildnis zur Verfügung gestellt. Wer mich noch nicht entdeckt hat: rechts oben neben dem Auge. Hinter mir erkennt man einen strahlend blauen Himmel und eine große weiße Wolke. Wer genau hinschaut, erblickt mich noch ein zweites Mal, nämlich als dunkler Fleck in dem vorderen Knick am Halsschild. Dieses Portrait ist aber wegen de starken Krümmung arg verzerrt. Wer sich ein Bild von mir machen möchte, sollte sich an das Hauptportrait halten.

Noch ein kleiner Hinweis: Da sich in meiner Fotosammlung mittlerweile viele Heuschreckenfotos angesammelt haben und ständig neue hinzukommen, habe ich einen eigenen Heuschrecken-Blog eröffnet. Der ist zwar erst im Aufbau, aber er wird nach und nach erweitert und dann hoffentlich den ein oder anderen Interessenten anlocken.

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Tatort Löwenzahn

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Mord auf der Sulzbachtalaue - Tatort Löwenzahn

Mord auf der Sulzbachtalaue - Tatort Löwenzahn


Mord – XY ungelöst – Tatort – Löwenzahn – Spinne – Schmetterling – Kriminalpolizei – sachdienliche Hinweise – Mörder – Täter – Opfer – Zeuge – Bluttat – SOKO – Kommissar – Hornkraut-Tageulchen – Panemeria tenebrata – Eulenfalter – Sulzbachtalaue – Dudweiler


Tatort Löwenzahn
XY ungelöst – Die Kriminalpolizei bittet um Mitarbeit

Am Dienstag, den 18. Mai 2010 wurde ein Spaziergänger Zeuge einer Mordtat, die sich kurz vor 15 Uhr auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler ereignete. Die gar schröckliche Tat konnte der Zeuge auf dem Foto festhalten.

Zur Aufklärung der Tat hat Oberhauptkommissar A.S. von der SOKO lepiforum.de entscheidende Hinweise geliefert. Seine Beschreibung des Opfers
Die Vorderflügel-Oberseite des Opfers ist überwiegend braun; die Fransen sind schwarzbraun und grauweiß. Die Hinterflügel-Oberseite ist schwarz und gelb.
führte auf die richtige Spur. Im Umfeld des Tatortes hatte der Zeuge der Bluttat zuvor ein Individuum der Spezies Hornkraut-Tageulchen (Panemeria tenebrata), fotografiert. Auf Anfrage des Zeugen bestätigte Oberhauptkommissar A.S. von der SOKO lepiforum.de, dass es sich tatsächlich bei dem Opfer um Hornkraut-Tageulchen handelt.
Die Identität des Täters ist noch nicht näher bestimmt. Hier bittet die Kriminalpolizei weiterhin um sachdienliche Hinweise. Für Hinweise, die zur Identifikation des Täters führen, ist ein herzliches Dankeschön als Belohnung ausgesetzt.
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Die Gattung Panemeria tenebrata, der das Opfer der grausigen Bluttat angehört, gehört zur Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Wikipedia weiß zu berichten, dass sie auch unter weiteren deutschen Namen bekannt ist, die aber ebenso ungebräuchlich sind wie „Hornkraut-Tageulchen“: Hornkrauteule, Hornkraut-Bunteule, Hornkraut-Tag-Bunteulchen, Hornkrautrasen-Tag-Bunteulchen, Finsterbraunes Sonneneulchen, Arbutuseulenphalene, Bärentraubeneulenphalene, Erdbeerbaum-Eulchen, Schafgarbeneule und Kupferbraune Mattstreifige Eule. Das Hornkraut-Tageulchen fliegt von Mitte April bis Mitte Juni und die Falter sind ausschließlich tagaktiv.
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Das Foto der schröcklichen Bluttat entstand am 18. Mai 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler.
Das untere Foto entstand am 20. Mai 2010 in der Nähe des Tatorts. Es zeigt ein putzmunteres Hornkraut-Tageulchen an einem Hahnenfuß. Gottseidank sind nicht alle Hornkraut-Tageulchen dem Mörder auf der Sulzbachtalaue zum Opfer gefallen.
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Hornkraut-Tageulchen

Regenwetter und Lebenserwartung

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Märzfliege / Marcusfliege - Bibio marci

Märzfliege / Marcusfliege - Bibio marci


Wetter – Regen – Regenwetter – Dauerregen – Lebenserwartung – Alter – Durchschnittsalter – Groß-Britannien –Briten – Engländer – Schotten – Iren – Waliser – Gesprächsthemen – Saarbrücker Zeitung – afp-Meldung – Pressemeldungen – Zeitungsredakteure – Redakteure – Journalisten – Journalismus – Märzfliege – Marcusfliege – Bibio marci – Insektenfotos – Fliegen – Bilder – Mai


Regenwetter und Lebenserwartung

Alle reden über das Wetter – ich auch.

In der Saarbrücker Zeitung steht heute (15. Mai 2010) auf der Titelseite eine afp-Meldung mit der Überschrift „Briten reden sechs Monate ihres Lebens nur übers Wetter“. Bei einer Befragung von 2000 Erwachsenen (es wird nicht berichtet, ob es sich um Engländer, Schotten, Iren und/oder Waliser handelte) wurde festgestellt, dass sie „im Schnitt 49 Stunden pro Jahr übers Wetter reden“.

Ein Griff zum Taschenrechner zeigt: 49 Stunden haben 2.940 Minuten. Aufgeteilt auf 365 Tage bedeutet dies: Die Briten reden 8,05 Minuten pro Tag übers Wetter. Das erscheint nicht ungewöhnlich. Ich habe keine Ahnung, wie viele Minuten ich selbst oder die Menschen in meiner Umgebung im Schnitt pro Tag über das Wetter reden, aber es vergeht wohl kaum ein Tag, an dem dieses Thema nicht angesprochen wird und oft ist es das wichtigste Thema überhaupt.
Doch nun wieder zurück zu den Briten! Sie reden im Schnitt 8,05 Minuten pro Tag über das Wetter und – so haben wir bereits durch die Überschrift erfahren – sie kommen im Laufe ihres Lebens auf stolze 6 Monate, also ein halbes Jahr. Greifen wird doch noch mal zum Taschenrechner: 6 Monate haben 182 Tage; und da ein Tag 24 Stunden hat, ergibt dies 4.368 Stunden. Nun wissen wir aber auch, dass die Briten 49 Stunden pro Jahr übers Wetter reden. Wenn wir 4.368 Stunden durch 49 Stunden/Jahr teilen, dann kommen wir auf 89,14 Jahre. Das heißt also: Die Briten werden im Schnitt 89,14 Jahre alt. Da kann man nur sagen: „Respekt, Respekt!“ Mit diesem phänomenalen Wert stehen die Briten weltweit wohl unangefochten an der Spitze der Lebenserwartung.

Schade, dass der Journalist, der diese Meldung verfasste, seinen Taschenrechner nicht bemühte. Vielleicht hätte er dann in typischer Journalisten-Manier einen Zusammenhang zwischen Regenwetter und Lebenserwartung hergestellt und uns mit der Schlagzeile „Dauerregen erhöht die Lebensdauer“ erfreut. – Angesichts des scheußlichen Mai-Wetters, das uns derzeit plagt, wäre dies doch ein schöner Trost gewesen.

Zur Ehrenrettung der Saarbrücker Zeitung sei angemerkt, dass es sich hier lediglich eine afp-Meldung handelt und dass kein Mensch erwarten kann, dass Zeitungsredakteure Pressemeldungen auf Stimmigkeit überprüfen.


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Die Aufnahme entstand am 06. Mai 2010 in Dudweiler-Nord. Sie zeigt zwei Märzfliegen (Bibio marci, auch Marcusfliegen), die bei scheußlich-kaltem Regenwetter in Kältestarre verharren.

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April-Wetter im Mai

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Großer Wollschweber auf Roter Lichtnelke

Großer Wollschweber auf Roter Lichtnelke


Wetter – April – April-Wetter – Mai – Mai-Wetter – Deutscher Wetterdienst – Saarland – Saarland-Wetter – Sonnenstunden – Regen – Sulzbachtalaue – Großer Wollschweber – Bombylius major – Hummelschweber – Rote Lichtnelke – Silene dioica – Wiesenblumen – rote Blüten – Frühlingsblüher – Wiesenpflanzen – Wildpflanzen

April-Wetter im Mai

Dieses interessante Tier ist uns ja bereits vertraut: es ist der Große Wollschweber (Bombylius major), den wir vor Kurzem auf einer Wiesen-Schaumkraut-Blüte kennengelernt haben. Jene Begegnung fand auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler statt. Auch das heutige Foto entstand auf der Sulzbachtalaue. Heute sehen wir den Guten aber nicht auf Wiesen-Schaumkraut, welches er offenkundig außerordentlich schätzt, sondern auf einer Roten Lichtnelke (Silene dioica; eine Kreuzblütlerverwandte). Nachdem im April auf der Sulzbachtalaue überwiegend weiß- und gelbblühende Frühlingsblumen dominierten, haben sich in den letzten Tagen violette und mit der Roten Lichtnelke auch rote Blütentöne dazugesellt.

Auf meinem Dudweiler-Blog habe ich über das April-Wetter im Saarland berichtet und mein subjektives Fazit lautete: der April 2010 war überdurchschnittlich sonnig, er war aber leider etwas zu kühl und er brachte deutlich weniger Regen als üblich. Mittlerweile habe ich auch offizielle Daten zur Wetterstatistik. Laut dem Deutschen Wetterdienst war das Saarland im April das wärmste Bundesland. Die Durchschnittstemperatur betrug 9,7 Grad und lag damit deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 8,2 Grad. Hier war also mein subjektiver Eindruck völlig falsch. Aber unbestritten bleibt, dass der April 2010 ungewöhnlich sonnig war. Mit 234 Sonnenstunden belegte das Saarland die Spitzenposition unter allen Bundesländern, wobei der Normalwert von 159 saarländischen April-Sonnenstunden fast um 50 Prozent übertroffen wurde.

Während der April ganz und gar kein typisches April-Wetter brachte, schickt sich nun der Mai an, all dies nachzuholen. In den bisherigen zweieinhalb Maitagen gab es häufige Wechsel von kräftigen Regenschauern und Sonnenschein und die Temperaturen sind deutlich gesunken.

Mein Spaziergang zur Sulzbachtalaue erfolgte kurz nach einem heftigen Platzregen. Da es noch recht kühl war, verharrte der gute Wollschweber in Kältestarre auf der Roten Lichtnelke. So konnte ich ihn in aller Ruhe fotografieren. Nach einer Weile war er durch die durchbrechenden Sonnenstrahlen so weit aufgeheizt, dass er sich schließlich in seinem typischen Schwebflug, der an einen Hubschrauber erinnert, davonmachte.

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Streiterei im Ententeich

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Streiterei im Ententeich

Streiterei im Ententeich

Enten – Stockenten – Streit – Kampf – Rivalen – Rivalenkampf – Rivalität – Nebenbuhler – Eifersucht – Teich – Weiher – Frosch – Frösche – Froschlaich – Kaulquappen – Tiere – Tierfotos – Entenfotos – Natur


Streit im Ententeich

Bislang ging es auf diesem Blog friedlich zu, doch heute wird es mal ein wenig kämpferisch.

In der letzten Zeit bin ich überwiegend durch die Sulzbachtalaue gestreift und habe dabei in der Regel auch den kleinen Teich im Wiesengrund besucht.

Die Sulzbachtalaue ist zurzeit der Ort, an dem die Frühlingsvegetation am weitesten fortgeschritten ist. Dort gab es bereits im März zahlreiche Frühlingsblüher und seither sind etliche „Neulinge“ hinzugekommen, zum Beispiel Hahnenfuß, Vergissmeinnicht, Spitzwegerich, Wicke; und zahlreiche Pflanzen stehen gerade in den Startlöchern. Außerdem locken die ausgedehnten Wiesen-Schaumkraut-Bestände den Aurorafalter an – über meine Jagd nach diesem schönen Falter habe ich ausführlich auf dem Schmetterlinge-Blog berichtet.

Der kleine Teich im Wiesengrund ist ein Miniatur-Paradieschen. Im Teich habe ich Ende März Froschlaich entdeckt. In einem riesengroßen Klumpen von mehreren Tausend Froscheiern waren die Embryonen gut zu erkennen. Bald darauf sind die Kaulquappen geschlüpft und ich verfolge regelmäßig ihre Entwicklung. Über Kaulquappen und Frösche werde ich wohl demnächst mal berichten.

Nun zum eigentlichen Thema: Gestern entdeckte ich – was nicht ungewöhnlich ist – ein Stockentenpärchen am Weiherrand. Die Dame saß friedlich im Gras und der Herr war so eifrig mit Gefiederputzen beschäftig, dass ich mich bis auf etwa vier Meter nähern konnte. Nach einer Weile trotteten die beiden zum Teich, auf dem bereits ein Stockenten-Männchen herumschwamm. Kurz darauf wurde ich Zeuge eines Rivalenkampfes. Sobald das fremde Männchen dem Entenpärchen zu nahe kam, schwamm der Enten-Gatte zunächst langsam mit gesenktem Kopf auf den Rivalen zu und sauste dann mit lautem Geschnattere auf ihn los. Der Rivale flatterte davon, landete aber gleich wieder auf dem Teich; und der Verteidiger schwamm eilig zu seiner Dame zurück. Sobald der Rivale wieder näher kam, ging das Schauspiel von vorne los. Diese Szene wiederholte sich sechs- bis achtmal, bis schließlich alle drei davonflatterten.

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Die Aufnahme entstand am 21. April 2010 am Teich Im Wiesengrund, Dudweiler.
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Großer Wollschweber

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Großer Wollschweber an Wiesen-Schaumkraut

Großer Wollschweber an Wiesen-Schaumkraut


Großer Wollschweber – Bombylius major – Insekten – Zweiflügler – Diptera – Fliegen – Insektenfotos – Foto – Wiesen-Schaumkraut – Dudweiler – Sulzbachtalaue – wildwachsende Wiesenblumen – Naturfotografie

Großer Wollschweber

Heute bin ich mal wieder die Sulzbachtalaue in Dudweiler entlangspaziert. Das ist zurzeit im Hinblick auf wildwachsende Wiesenpflanzen die interessanteste Gegend. Seit ein paar Wochen wachsen hier weit mehr als ein Dutzend Frühlingsblüher, siehe hier und hier. Einige Pflanzen wie zum Beispiel das Scharbockskraut, das Busch-Windröschen, der Gefingerte Lerchensporn bilden ausgedehnte Blütenteppiche. Diese Blütenteppiche sind vor allem auf der linken Seite des Sulzbachs, also am Osthang zu finden. An der rechten Uferböschung, dem Westhang, ist sind heute vor allem das Wiesen-Schaumkraut und Löwenzahn aufgefallen. Das Wiesen-Schaumkraut blüht dort schon eine ganze Weile, der Löwenzahn hat erst heute eine gelbe Blütenexplosion hervorgebracht.

Am rechten Uferrand ist mir ein interessantes Insekt begegnet. Das Tier saß am Boden im Gras und ließ sich leicht fotografieren. Es war so träge, dass ich das Büschel Grashalme ausreißen konnte, auf denen es saß. Nun konnte ich die Grashalme drehen und das Tier aus verschiedenen Perspektiven fotografieren. Nach ein paar Aufnahmen flog es dann doch davon. Ein paar Meter weiter entdeckte ich es an Wiesen-Schaumkraut. Ob es dasselbe Individuum war oder „nur“ ein Artgenosse, kann ich nicht sagen. Erfreulicherweise konnte ich dieses Tier nun beim Nektar-Saugen an Wiesen-Schaumkraut fotografieren. Eines dieser Fotos ist oben zu sehen.

Meine Recherchen haben Folgendes ergeben: Es handelt sich hier um den Großen Wollschweber (Bombylius major).

Wikipedia weiß zu berichten: Die Wollschweber (Bombyliidae), auch Hummelfliegen oder Trauerschweber genannt, gehören zur Familie der Zweiflügler (Diptera) und werden den Fliegen (Brachycera) zugeordnet. Weltweit sind etwa 6000 Wollschweber-Arten bekannt, davon in Deutschland 34. Wollschweber beherrschen den Standflug und beim Nektar-Saugen schwirren sie ähnlich wie Kolibris irrsinnig schnell mit den Flügeln und stützen sich nur mit den Vorderbeinen an der Blüte ab.

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Heidelibelle

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Heidelibelle

Heidelibelle


Gedicht – Women – Libellen – Heidelibelle – Libellenfoto – Fotografie – Insekten – Naturfotografie – Makrofotografie – Insektenfotos

Heidelibelle

Auf diesem Blog gab es nun seit etlichen Tagen nix Neues. Da mir nix Passendes einfällt, gibt es heute ein nicht so recht passenden Foto und ein ganz und gar nicht passendes Gedicht.

Die Heidelibelle habe ich am 22. September 2009 im Stadtpark in Dudweiler fotografiert.

Das Verslein ist eine anspruchslose Spielerei.

WOMEN
© Ronald Henss

Some women are happy
Some women are blue
Some are very pretty
Some are pretty cool

Each woman is worthy
Each woman is free
Each woman loves chocolate
No woman loves me

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Written by Ronald

11. April 2010 at 15:20

Eidechse

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Eidechse

Eidechse


Reptilien – Eidechsen – Waldeidechse – Mauereidechse – Bergehalde Lydia – Natur – Tiere – Fotos – Bilder – Eidechsenfotos

Eidechsen auf der Halde Lydia

Diese neugierig-freundlich dreinblickende Eidechse ist mir gestern auf der Bergehalde Lydia begegnet. Leider kann ich nicht sagen, um welche Art es sich handelt. Meine beiden Tierführer (Heiko Bellmann: Der große Kosmos Tierführer und Wilfried Stichmann: Der große Kosmos-Naturführer. Tiere und Pflanzen) helfen nicht viel weiter. In beiden Büchern sind lediglich fünf Eidechsenarten aufgeführt, nämlich die Mauereidechse, die Zauneidechse, die Smaragdeidechse, die Waldeidechse und die Blindschleiche. Dass dies keine Blindschleiche ist, versteht sich von selbst, denn die Blindschleiche hat bekanntlich keine Beine und sie ähnelt viel eher einer Schlange als einer Eidechse. Auch die Zauneidechse und erst recht die Smaragdeidechse scheiden aus.
Ich würde am ehesten auf Mauereidechse (Podarcis muralis bzw. Lacerta muralis tippen, aber das ist sehr spekulativ. Vielleicht stolpert mal ein Eidechsenexperte über diese Seite, der uns etwas Definitives verraten kann. Bellmann beschreibt die Mauereidechse so: „Oberseite braungrau bis grünlich, insgesamt aber sehr variabel“ und Stichmann so: „bräunliche oder graue Grundfärbung; sehr variabel“.
In Deutschland ist die Mauereidechse nur noch selten anzutreffen; sie bevorzugt stark besonnte Stellen wie Gesteinsfluren, Mauern von Weinbergen, Steinbrüche, Straßenränder und Eisenbahntrassen. Hier bietet die Halde Lydia einen idealen Lebensraum, denn die Halde ist an ihrem Fuß umsäumt von kleinen Gräben, in denen das Regenwasser abfließen kann, und die Wände dieser Gräben sind mit dicken Steinbrocken ausgekleidet. Die kilometerlangen Steinbrockenlabyrinthe bieten zum einen ideale Verstecke, zum anderen bieten sie ideale Aufwärmflächen; auf den sonnenbeschienenen Brocken können die Eidechsen ihre wechselwarmen Körper rasch auf Betriebstemperatur bringen. Die Mauereidechse ernährt sich von Insekten und Spinnen. Ihre Winterruhe dauert von November bis März.

Die Aufnahme entstand am 24. März 2010 auf der Bergehalde Lydia.

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Written by Ronald

25. März 2010 at 09:52

Frühlingsgefühle

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Frühlingsgefühle

Frühlingsgefühle


Frühling – März – Frühlingsgefühle – Sex – Paarung – Sexfotos – Insekten – Bienen – Hummel – Fliegen – Wanzen – Schmetterlinge – Winter – Frühling – Wetter – Temperaturen


Frühlingsgefühle

Spätestens seit gestern ist klar, was ohnehin auch auf dem Kalender zu lesen ist: Der Winter geht zu Ende und der Frühling steht vor der Tür.

In diesem Jahr – oder besser: in dieser Saison – war der Winter ungewöhnlich dunkel, ungewöhnlich nass und ungewöhnlich kalt, aber gottseidank nicht ganz so kalt wie im Rest der Republik.

Der März – zwar immer noch arg kalt und gelegentlich mit etwas Schnee im Gepäck – hat uns hingegen bislang mit viel Sonne verwöhnt. Und gestern und heute hatte er endlich auch mal warme Temperaturen im Gepäck.

Das Thermometer am Dudoplatz zeigte heute um 12:45 Uhr 22 Grad. Auf dieses Thermometer sollte man sich allerdings nicht unbedingt verlassen. Es misst in der Sonne – offenbar an windgeschützter Stelle – und neigt zu starken Übertreibungen. Wie dem auch sei: warm war es allemal.

Mit der Wärme sind wie auf Knopfdruck massenweise Insekten erschienen. Gestern und heute sind mir begegnet (Im Rosenfeld, Anger und Stadtpark):

  • vier verschiedene Schmetterlingsarten
  • ein halbes Dutzend verschiedene Fliegenarten (die zahlreichen Winzlinge nicht mitgerechnet)
  • zwei Wanzenarten
  • etliche Hummeln
  • viele, viele fleißige Bienen

Die Bienen und Hummeln haben sich vor allem an Krokussen gelabt, Fliegen vor allem an Huflattich, aber auch an Krokussen.

An einem Blumengeschäft – Blumen Brachetti in der Dudo-Galerie – war eine kleine Heerschar Bienen und Hummeln auf Nahrungssuche und wie man sieht: einige waren bereits mit Vorarbeiten für die nächste Generation beschäftigt. Eine Weile schien sie die Kamera nicht zu stören, aber dann krochen sie huckepack in die Blüte der Mini-Narzisse hinein, so dass nur noch die Hinterteile zu sehen waren.

Über die Schmetterlinge werde ich an anderer Stelle berichten. Aber so viel sei verraten: Es handelte sich um Zitronenfalter, Tagpfauenauge und C-Falter, sowie einen Spanner (vermutlich ein Frostspanner).
Näheres: siehe hier.

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Osterglocken

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Osterglocken

Osterglöckchen

Osterspaziergang
© Ronald Henss

Wenn die Osterglocken blühen
ist es wieder mal so weit:
Ich will durch Feld und Wiesen ziehen –
schöne, bunte Frühlingszeit.

Und finde ich im grünen Moos
ein Ei, dann ist die Freude groß.

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Ostergeschichten – Ostergedichte – Osterlinks:
»»» Ostergedichte
»»» Ostergedichte
»»» Ostergeschichten
»»» Ostergeschichten

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Abendsonne bei Schneefall

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Abendsonne bei Schneefall

Abendsonne bei Schneefall

Abendsonne bei Schneefall

Heute (Samstag, 6. März 2010) gibt es mal ein eigenartiges Foto. Gegen 17:40 Uhr schien die Abendsonne recht kräftig und gleichzeitig setzte Schneefall ein, der alles in ein milchig-trübes Licht tauchte und eine ungewöhnliche Stimmung erzeugte.

Als Zugabe gibt es noch ein ungewöhnliches Gedicht

Richard III
© Manfred Schröder
 
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Der König irrt umher
und seine Stimme hallt
durch London´s
Gassen:
„Ein Regenschirm,
ein Regenschirm!
Mein Königreich
für
einen Regenschirm!“

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Libellenexperte gesucht

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Knospe und Larven?

Knospe und Larven?

Libellenexperte, Libellen, Weidenjungfer, Prolarve, Larven, Knospe, Botaniker, Sträucher, Bäume, Makrofotografie

Libellenexperte und Botaniker gesucht

Zu diesem Foto suche ich gleich zwei Experten: einen Botaniker, der sich mit Sträuchern gut auskennt und einen Entomologen, der sich mit Libellen auskennt.

Dieses Foto habe ich heute, 3. März 2010, in Dudweiler am Ufer des kleinen Teiches im Wiesengrund aufgenommen. Eigentlich wollte ich die Knospe fotografieren, die auf dem Foto sehr gut zu erkennen ist. Ich wüsste gerne, um welchen Strauch oder Baum es sich hier handelt – hier ist der Botaniker gefragt.

Die Strauchart interessiert mich vor allem deshalb, weil ich genau an diesen Sträuchern im vergangenen Herbst Libellen beobachten und fotografieren konnte, die sich hier paarten und ihre Eier in diese Äste ablegten. Bei den Libellen handelte es sich offenkundig um die Gemeine Weidenjungfer Chalcolestes viridis, welche an stehenden und langsam fließenden Gewässern vorkommt, an deren Ufer weiche Gehölze wie Weiden, Erlen, Pappeln oder Faulbaum wachsen. „Mit Hilfe des Legebohrers sticht das Weibchen rund 200 Eier in die Rinde von Zweigen verschiedener Weichholzbaumarten ein … Die Eier überwintern in der Gehölzrinde. Im April des Folgejahres lassen sich die etwa zwei Millimeter großen Prolarven auf die Wasseroberfläche fallen. Sobald sie mit Wasser in Berührung kommen, häuten sie sich zur Larve. Für den Fall, dass die Prolarven auf dem Erdboden landen, sind sie in der Lage, sich hüpfend zum Wasser zu bewegen.“ (Wikipedia-Artikel „Weidenjungfer“; Stand: 3. März 2010).

Eigentlich wollte ich heute nur die Knospe fotografieren. Als ich das Foto dann im Großformat auf dem Bildschirm gesehen habe, staunte ich nicht schlecht über die vielen kleinen „Würmer“, die auf dem Ästchen zu erkennen sind. Hier ist nun den Libellenexperte gefragt: Könnte es sein, dass es sich hier um Eier der Weidenjungfer handelt?

Womöglich ist es ja auch was ganz anderes. Aber sicher ist, dass diese Sträucher im Herbst von Weidenjungfern angebohrt wurden. Wenn ich mal Zeit für meinen Libellen-Blog habe, werde ich dort ein Foto einstellen.

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Wann ist Ostern

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Moos und Schneetröpfchen

Moos und Schneetröpfchen




Wann ist eigentlich Ostern?


Ostern ist bekanntlich ein beweglicher Feiertag. Im Gegensatz zu Heiligabend zum Beispiel, der immer auf den 24. Dezember fällt, fällt Ostern nicht auf bestimmtes Datum. Trotzdem sollte man natürlich wissen, wann Ostern ist.
Auf dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 n. Chr. wurde festgelegt, dass Ostern an dem Sonntag gefeiert wird, der dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn folgt. Klingt kompliziert, ist aber einfach: Erst muss mal der Frühling begonnen haben, dann warten wir bis zum ersten Vollmond und am drauf folgenden Sonntag feiern wir Ostern (was ist eigentlich, wenn der Vollmond auf einen Sonntag fällt?). Aus dieser Festlegung ergibt sich, dass Ostern frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert wird.
In diesem Jahr (2010) fällt der Ostersonntag auf den 4. April, Ostern liegt also relativ früh. Da ist es fraglich, ob die Natur bis dahin zu voller Frühlingspracht erwacht sein wird.
Zu Nizäa (auch: Nikaia, Nikäa, Nicaia, Nicaea, Nicäa): Eine antike Stadt in Kleinasien (heute: Iznik in der Türkei). War bereits früh Bischofssitz, seit 451 Sitz eines Metropoliten. In Nizäa fand 325 das erste und 878 das siebte Ökumenische Konzil statt (Quelle: Brockhaus Lexikon).

Man kann Ostern auch von Fastnacht her betrachten: Ostern folgt auf die siebenwöchige Fastenzeit, welche an das 40-tägige Fasten Jesu Christi erinnern soll. Beginn der Fastenzeit ist der Aschermittwoche, der die 5. Jahreszeit – Fastnacht, Fasching, Karneval, Faasenacht … – beendet.

Die Sonntage in der Fastenzeit haben bestimmte Namen, die ich vor Jahrzehnten in der Schule gelernt und merkwürdigerweise nie vergessen habe (diese Namen leiten sich von den lateinischen sogenannten Introituspsalmen ab).

• Invocavit – Er ruft mich, darum will ich ihn erhören. (Psalm 91,15)
• Reminiscere – Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit! (Psalm 25,6)
• Oculi – Meine Augen sehen stets auf den Herrn. (Psalm 25,15)
• Laetare – Freuet euch mit Jerusalem! (Jesaia 66,10)
• Judica – Gott, schaffe mir Recht! (Psalm 43,1)
• Palmarum – Palmsonntag (Johannes 12,12–19)

Der Merkspruch lautet: „In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“ (Invocavit – Reminiscere – Oculi – Laetare – Judica – Palmarum)
(Quelle: http://www.wikipedia.de)

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hier gibt es Ostergeschichten
hier gibt es Ostergedichte

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Das Foto entstand am 29. Januar 2010. Es zeigt Moos und winzige Schneetröpfchen an den Sporenfäden. Zum Eierlegen war es für den Osterhasen noch zu früh.

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Himbeere – Himbeerbonbons

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Himbeere

Himbeeren – Himbeerbonbons – lecker – lecker

Heute (10. September 2009) gibt es mal was richtig Leckeres.

Diese Himbeeren habe ich heute in der Nähe der Gehlwiese entdeckt. Hinter dem Ortsausgang Dudweiler Richtung St. Ingbert (kurz hinter dem Schwimmbad) befinden sich zwei kleinere Seen und besagte Gehlwiese. Letztere ist eine Nasswiese und stellt ein besonderes Biotop dar, in dem vor allem einige seltene Heuschreckenarten angesiedelt sind. In fotografischer Hinsicht hat sich der Spaziergang vor allem deshalb gelohnt, weil ich dort zum ersten Mal eine Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) fotografieren konnte. Aber auch das Himbeer-Foto ist hervorragend gelungen.

Die Himbeere erinnert mich an die leckeren Himbeerbonbons aus meiner Kindheit … hmmm! Die würde ich sehr gerne mal wieder essen. Leider habe ich keine zur Hand. Dafür gab es heute ein Werther’s Original (nur ein einziges Bonbon, damit die Figur nicht aus den Fugen gerät).

Ich will den Mund nicht nur in kulinarischer Hinsicht wässrig machen, sondern durch den folgenden Buchtipp auch noch in literarischer Hinsicht:

Die Füße der Sterne
Patricia Koelle
Die Füße der Sterne
ISBN 978-3-939937-04-3

Ein wunderschönes Buch für den Herbst und für alle Jahreszeiten!
In diesem wundervollen Buch findet sich übrigens auch die Kurzgeschichte „Himmelangst“, die an den 11. September 2001 erinnert. – Auch morgen ist ein 11. September.

Zu diesem Buch meinte zum Beispiel die Zeitschrift bella in der Ausgabe 2/2010:
Glück zum Lesen
Wenn wir genauer hinsehen, ist unser Alltag voller Wunder. Patricia Koelle zeigt uns die Magie der kleinen Dinge in ihrer zauberhaften Kurzgeschichtensammlung „Die Füße der Sterne“.

Dem ist eigentlich wenig hinzuzufügen.

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Aufnahme am 10. September 2009. Gehlwiese im St. Ingberter Forst unmittelbar hinter dem Ortsausgang Dudweiler.

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Es ist nicht so wie du denkst Liebling

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Schmetterlinge Kleiner Sonnenröschen Bläuling

Vor einiger Zeit bin ich des Öfteren zum Dudweiler Anger spaziert, um dort wildwachsende Wiesenblumen zu fotografieren. Vor allem den Löwenzahn, der den Anger mit Pustblumenteppichen übersäte. Aber dann wurde der Anger gründlich kahlgemäht und ich musste nach anderen Fotogelegenheiten Ausschau halten.

So führte mein Weg am 14. Mai an den renaturierten Sulzbach in Richtung Herrensohr, Wilhelmshöhe, Jägersfreude. Von dort habe ich das Pusteblumen-Bild mitgebracht, das wir bereits kennen.

Die Hauptattraktion jener Fotosafari waren aber zweifellos die Schmetterlinge. Das in meinen Augen spektakulärste Foto sehen wir hier. Möglicherweise wird auf den ersten Blick gar nicht klar, was das Bild zeigt. Klar, man erkennt sofort, dass es sich um einen Schmetterling handelt. Aber dann wird man stutzig und bemerkt, dass da zwei Schmetterlinge „aufeinanderkleben“. Mit der Entdeckung, dass es zwei Schmetterlinge sind, liegt man ja richtig, aber die beiden sind gar nicht aufeinandergeklebt. Das was man möglicherweise für den linken und das was man möglicherweise für den rechten Teil hält, ist jeweils ein kompletter Schmetterling mit zusammengeklappten Flügeln. Und die beiden sind im Paarungsakt miteinander „verklebt“.

Zu dieser vertrackten, aber doch eindeutigen Situation fällt mir sofort der beliebte Standardspruch für verfängliche Situationen ein: „Es ist nicht so, wie du denkst, Liebling!“

Wesentlich übersichtlicher ist die Situation auf einem anderen Foto, das die beiden aus anderer Perspektive zeigt. Dieses Bild habe ich bei flickr eingestellt und dort findet es offenkundig sehr viel Zuspruch. Und es hat innerhalb kürzester Zeit eine Reihe von Awards errungen – die jedoch lediglich ideellen Wert besitzen.

Ich finde das „komplexe“ Foto, das wir hier im Fotoblog sehen, zwar viel interessanter, aber vermutlich würde das nicht so viel Zuspruch erhalten wie die übersichtlichere Variante.

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Bei dieser Schmetterlings-Art handelt es sich übrigens um einen Bläuling, vermutlich um einen Kleinen Sonnenröschen Bläuling (Polyommatus bellargus). Da es aber laut meinem Tierführer mehr als hundert Bläulingarten gibt, die zum Teil nur von Fachleuten genau bestimmt werden können, bin ich bezüglich der Feinklassifikation nicht sicher. Es könnte sich zum Beispiel auch um den Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) handeln.

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Auf Goethes Spuren – Der Brennende Berg in Dudweiler

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Brennender Berg in Dudweiler

Zugegeben: das Foto ist nicht gerade spektakulär. Aber immerhin gibt es dazu eine recht interessante Geschichte zu erzählen.

Die Aufnahme entstand Anfang März 2003 und zeigt eine Felsspalte, aus der Rauch aufsteigt. Diese Felsspalte befindet sich auf dem Brennenden Berg in Dudweiler (heute der nördlichste Stadtteil von Saarbrücken). Und genau dieser Brennende Berg ist dank Johann Wolfgang von Goethe in die Weltliteratur eingegangen.

Im Jahre 1668 – so will es die Sage wissen – ist wegen eines Hirtenfeuers ein Kohleflöz, das den Berg durchzieht, in Brand geraten und seither ist ein Schwelbrand im Gange. Man nimmt jedoch heute an, dass der unterirdische Brand durch Selbstentzündung durch Druck und Zersetzung umfangreicher Haldenbestände entstanden ist, die sich infolge der wilden Kohlengräberei anhäuften. Anfangs muss der Berg mächtig gequalmt haben, so dass die Bezeichnung „Brennender Berg“ voll gerechtfertigt war.

Im Laufe der Zeit hat die Rauchentwicklung stark abgenommen. Bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts, so wird berichtet, wurden häufig Schulausflüge in die Bergschlucht unternommen und die Kinder brachten Eier mit, die sie in den Felsspalten siedeten. Heute ist jedoch – wie das Foto zeigt – von dem immer noch aktiven unterirdischen Schwelbrand nur noch wenig zu sehen. Aber wenn man an eine Bergspalte herantritt und die Hand in den austretenden Dampf hält, kann man sich durchaus die Finger verbrennen.

Für Dudweiler erlangte der Brennende Berg eine große wirtschaftliche Bedeutung. Durch den unterirdischen Brand wurden Tonschiefer derart geröstet, dass daraus das seinerzeit sehr wertvolle Alaun gewonnen wurde, das über einige Jahrzehnte eine wichtige wirtschaftliche Grundlage bildete. (Über die vielfältige Nutzung von Alaun gibt zum Beispiel in der entsprechende Wikipedia-Artikel Auskunft.)

Berühmt wurde der Brennende Berg durch Johann Wolfgang von Goethe.

Im Jahre 1770 weilte der Dichterfürst im elsässischen Straßburg. Von dort aus unternahm er verschiedene Ausflüge. In Juni 1770 besuchte er auch die reichen Steinkohlegruben und die Eisen- und Alaunwerke in Dudweiler. Bei dieser Gelegenheit besichtigte er auch den Brennenden Berg. Seine Eindrücke über dieses Naturschauspiel schildert er in seinem bedeutsamen Werk Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, das 1811 bei Cotta erschien (Zweiter Teil, zehntes Buch).

Lassen wir den Dichter selbst zu Worte kommen: Wir hörten von den reichen Dutweiler Steinkohlegruben, von Eisen- und Alaunwerken, ja sogar von einem brennenden Berge, und rüsteten uns, diese Wunder in der Nähe zu beschauen … Unser Weg ging nunmehr an den Rinnen hinauf, in welchen das Alaunwasser heruntergeleitet wird, und an dem vornehmsten Stollen vorbei, den sie die ‚Landgrube‘ nennen, woraus die beühmten Dutweiler Steinkohlen gezogen werden … Nun gelangten wir zu offenen Gruben, in welchen die gerösteten Alaunschiefer ausgelaugt wurden, und bald darauf überraschte uns, obgleich vorbereitet, ein seltsames Begegnis. Wir traten in eine Klamme und fanden uns in der Region des brennenden Berges. Ein starker Schwefelgeruch umzog uns; die eine Seite der Hohle war nahezu glühend, mit rötlichem, weißgebranntem Stein bedeckt; ein dicker Dampf stieg aus den Klunsen hervor, und man fühlte die Hitze des Bodens auch durch die starken Sohlen. Ein so zufälliges Ereignis, denn man weiß nicht, wie diese Strecke sich entzündete, gewährt der Alaunfabrik großen Vorteil, daß die Schiefer, woraus die Oberfläche des Berges besteht, vollkommen geröstet daligen und nur kurz und gut ausgelaugt werden dürfen. Die ganze Klamme war entstanden, dass man nach und nach die kalzinierten Schiefer abgeräumt und verbraucht hatte. Wir kletterten aus dieser Tiefe hervor und waren auf dem Gipfel des Berges. Ein anmutiger Buchenwald umgab den Platz, der auf die Hohle folgte und sich ihr zu beiden Seiten verbreitete. Mehrere Bäume standen schon verdorrt, andere welkten in der Nähe von andern, die, noch ganz frisch, jene Glut nicht ahndeten, welche sich auch ihren Wurzeln bedrohend näherte. Auf dem Platze dampften verschiedene Öffnungen, andere hatten schon ausgeraucht, und so glomm dieses Feuer bereits zehen Jahre durch alte verbrochene Stollen und Schächte, mit welchem der Berg unterminiert ist.

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Es wird Frühling – Huflattich – Tussilago farfara

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Es wird Frühling

Huflattich – Tussilago farfara

So ganz allmählich kann man es doch nicht mehr leugnen: Es wird Frühling.

Höchste Zeit, nach diesem doch arg kalten und zähen Winter.

Diese Blüten und das fleißige Insekt sind mir heute (18. März 2009) beim Spaziergang über die Bergehalde Lydia begegnet. Leider bin ich kein versierter Botaniker und habe keine Ahnung, wie diese Pflanze heißt. Falls sich mal ein Kenner auf diesen Blog verirrt, wäre ich für sachdienliche Hinweise dankbar.

Aufgenommen am 18. März 2009, 13:55 Uhr.

Das is ja kaum zu glauben: Der Beitrag ist noch keine 24 Stunden im Netz und schon haben wir die Antwort (siehe Kommentar von keezrha). Es handelt sich um den wohlbekannten Huflattich.
Ich habe gleich bei Wikipedia nachgeschaut. Kein Zweifel, dieser Hinweis stimmt. Besten Dank!

Bei Wikipedia habe ich auch erfahren, dass Huflattich zu den Korbblütlern gehört, die Heilpflanze des Jahres 1994 war, gegen Hustenreiz wirkt und auf Botanesisch Tussilago farfara heißt. Und da ist mir natürlich sofort eingefallen, dass ich vor etlichen Jahren meiner Mutter mal eine wunderschöne Tasse von Villeroy und Boch geschenkt habe, auf der die Tussilaro farfara abgebildet ist. Jetzt wird sich diese Pflanze hoffentlich für immer in mein Gehirn eingravieren, sodass ich sie künftig immer und überall sofort erkennen werde. Ich werde auch ein Auge drauf werfen, wie sich die Pflanze über den Jahresverlauf verändert. Die Blütezeit – laut Wikipedia von März bis April – wird ja nicht mehr lange anhalten und dann muss man andere Merkmale heranziehen.

Einschub: Mittlerweile ist fast ein Monat vergangen und hier sehen wir nun den Fruchtstand des Huflattichs, aufgenommen am 14. April 2009. Spätestens jetzt wird die Verwandtschaft zum Löwenzahn offenkundig.

Bei Wikipedia erfährt man auch, dass der Huflattich trocken-warme Standorte auf durchlässigen Böden besiedelt und daher oft auf Dämmen, in Steinbrüchen und an unbefestigten Wegen zu finden ist und nach Gerhard Madaus‘ Heilpflanzenbuch von 1938 die einzige Pflanzenart ist, die selbst auf reiner Braunkohle gedeihen kann. Unter diesen Voraussetzungen ist die Steinkohlehalde Lydia wohl ein idealer Standort für Tussilago farfara.

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Heidi Klum der Schmetterlinge

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Schmetterling Bläuling Polyommatus icarus

Dass es nicht gerade einfach ist Schmetterling zu fotografieren, weiß wohl jeder. Anders als Landschaften, Gebäude oder Pflanzen neigen Schmetterlinge dazu sofort wegzuflattern, sobald man sich ihnen nähert. Und bis man mit dem Fotoapparat so nahe gekommen ist, dass man sie nicht nur als winzigen Punkt im Sucher hätte, haben sie bereits auf einer anderen Blüte niedegelassen.

Heute (27. Mai 2009) aber bin ich der Heidi Klum unter den Schmetterlingen begegnet. Dieser Bursche hat sich verhalten wie ein Fotomodel. Er hat – gemessen an dem Schmetterlingüblichen – fast perfekt Modell gestanden. Heidi Klum kann das kaum besser machen.

Und wenn er mal wegflatterte, blieb er am nächsten Ort wieder ein Weilchen friedlich sitzen und ließ sich auch dort ablichten. Wenn doch nur alle Schmetterlinge so zuvorkommend wären!

Hier handelt es sich eindeutig um einen Bläuling (Polyommatus). Diese Art haben wir ja kürzlich beim Hochzeitstanz kennengelernt. Damals waren die beiden zusammengeklappt. Heute habe ich zum ersten Mal einen Bläuling in aufgeklapptem Zustand fotografiert.

An der blauen Farbe ist zu erkennen, dass es sich um ein männliches Exemplar handelt. Die Weibchen sind auf der Innenseite braun.

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Das Foto entstand am 27. Mai 2009 an der Sulzbachaue in Dudweiler.

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Noch ein Nachtrag: Da es sich bei unserem schönen Schmetterling um ein Männchen handelt, war es wohl gar nicht Heidi Klum. Ich kann aber versichern: Es war ganz bestimmt nicht unser Verteidigungsminister zu Guttenberg, der rastlos von Kamera zu Kamera eilt, um dann auf seine (manche würden sagen: schleimige) Art in die Linse zu grinsen und Sprechblasen in die Mikrophone zu blubbern. Allein über eine solche Idee wäre unser guter Polyommatus zu Recht entrüstet.

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Schmetterlinge bei der Paarung

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Polyommatus icarus bei der Paarung

Schmetterlinge bei der Paarung
Oder: Die nächste Generation in meiner Hand

Das Ziel meines heutigen fotografischen Spaziergangs (18. September 2009) war eigentlich die brachliegende Fläche Im Rosenfeld. Der Weg führte zunächst über den Anger, der leider vor einiger Zeit kahlgemäht wurde und daher in fotografischer Hinsicht nur noch wenig zu bieten hat. Lediglich auf dem Kinderspielplatz sonnte sich eine Heidelibelle und gestattete ein paar Nahaufnahmen.

Kurz hinter dem Bürgerhaus am Rande der Beethovenstraße befindet sich ein nicht kahlgemähter Streifen. Dort begegnete mir eine weitere Heidelibelle, die aber nach der ersten Aufnahme davonflog.

Als ich ihr folgte, bemerkte ich einen Bläuling, der in seltsamer Manier durch die Luft flatterte, sich aber gleich auf einer Pflanze niederließ. Erfreut stellte ich fest, dass es sich um zwei Schmetterlinge handelte, die sich gerade paarten. Und zwar den Hauhechel-Bläuling Polyommatus icarus. Die beiden waren emsig mit ihrer Fortpflanzung beschäftigt. Nur gelegentlich flatterten sie – fest miteinander verbunden – zu einer anderen Pflanze.

Als es mir gelang, die Pflanze, auf der sie sich vergnügten, abzureißen ohne sie zu stören, konnte ich das Pärchen in aller Ruhe von allen Seiten fotografieren. Die beiden waren aber ständig in Bewegung und so kam es, dass sie – das Weibchen voran – auf meinen Finger krabbelten und ihr Paarungsgeschäft auf meiner Hand fortführten. Nun lag also die Bläuling-Generation des kommenden Jahres buchstäblich in meiner Hand.

Auf diesem Foto (Weibchen links, Männchen rechts) kann man sehr gut sehen, wie winzig klein Hauhechel-Bläulinge sind. Der Abschnitt, auf dem sich die beiden befinden, ist der hintere Teil meines linken Daumens.

Die beiden beendeten ihre Paarung auf meiner Hand und verweilten noch kurz nebeneinander. Dabei habe ich zu allerersten Mal ein Männchen und ein Weibchen mit geöffneten Flügeln nebeneinander sitzen gesehen, und gottseidank konnte ich sie auch in dieser Position fotografieren. Vielleicht werde ich demnächst eines dieser Fotos ins Netz stellen.

Als das Weibchen wegflatterte, blieb das Männchen sitzen und versuchte an meiner Hand zu saugen. Ich bin sicher, dass es dort keinen Nektar gefunden hat.

Schließlich meldete die Kamera „Speicher voll“ und die Fotosession war beendet. Ich schickte den werdenden Vater auf die Flugreise und machte mich auf den Heimweg – voller Freude auf die vielen wunderschönen Bilder.

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Das Foto entstand am 18. September 2009 in Dudweiler am Rande der Beethovenstraße nahe dem Bürgerhaus.

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Schmetterlinge Nierenfleck-Zipfelfalter

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Nierenfleck-Zipfelfalter Thecla betulae

21. September 2009: Am letzten Freitag sollte mein fotografischer Spaziergang eigentlich zum Rosenfeld führen. Aber wie wir wissen kam ich nicht bis dorthin, weil ich auf der Brachfläche kurz hinter dem Dudweiler Bürgerhaus durch zwei sich paarende Hauhechel-Bläulinge aufgehalten wurde.

Heute wollte ich das Versäumte nachholen. An der Stelle, an der vor ein paar Tagen die Fotosession mit den paarungswilligen Bläulingen stattfand, wurde ich zunächst ein Weilchen aufgehalten. Dort schwirrten ein Dutzend Bläulinge rum – allerdings nicht bei der Paarung – sowie drei Gelblinge, zwei Weißlinge und zwei Kleine Feuerfalter.

Nach einer Weile habe ich mich aber zum Weitergehen gezwungen – und es sollte sich lohnen. Auf der brachliegenden Fläche Im Rosenfeld begegneten mir etliche Gelblinge, etliche Weißlinge, ein Tagpfauenauge, ein Admiral, ein C-Falter, ein Kleines Wiesenvögelchen. Daraus kann man schon ersehen, dass es auch Ende September noch reichlich Schmetterlinge gibt.

Aber es gab noch was ganz Besonderes. Heute ist mir ein Schmetterling über den Weg geflattert, den ich zuvor noch nie gesehen habe. Mein erster Fotografierversuch ging voll daneben: Auf dem Bild war nur ein grünes Blatt zu sehen, denn bevor ich abdrücken konnte, war der Bursche verschwunden. Danach gelang mir eine Aufnahme – und schwupp flatterte das Tier schon wieder davon.

Ich musste ihm gut dreißig Meter folgen, bis er sich niederließ. Offenbar hatte der Gute seine Lieblingspflanze gefunden, denn in der Folgezeit hielt er sich nur dort bzw. auf den benachbarten Pflanzen der gleichen Art auf. Und bei dieser Gelegenheit konnte ich ihn von allen Seiten fotografieren. Wie das Foto beweist, konnte ich auch dieses Mal das Tier auf meinen Finger locken und dort fotografieren. Allmählich bekomme ich den Eindruck, dass Schmetterlinge mich mögen.

Zuhause habe ich durch mein schlaues Schmetterlinge-Buch (Settele u.a.: Schmetterlinge. Die Tagfalter Deutschlands. 2. Auflage) erfahren, dass es sich um einen Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae) handelt. Offenkundig ist es ein Weibchen, denn nur die Weibchen besitzen auf der Oberseite der Vorderflügel die namengebenden nierenförmigen orangenen Flecken. Diese sind hier zwar nicht direkt sichtbar, aber man sieht sie durchschimmern (ich habe auch etliche Aufnahmen den Flügeloberseiten).

Nierenfleck-Zipfelfalter werden auch als Birken-Zipfelfalter bezeichnet. Hier sind die Weibchen wesentlich größer als die Männchen. Und Zipfelfalter gehören zu den Bläulingen. Laut meinem Schmetterlingsführer sind die Nierenfleck-Zipfelfalter zwar gar nicht selten, mann kann sie aber nur sporadisch beobachten. Also: Glück gehabt!

Ein Nachtrag: Ich habe erwähnt, dass sich unsere Zipfelfalter-Dame ständig an ein und derselben Pflanzenart aufgehalten hat. Gut möglich, dass sie mit der Eiablage beschäftigt war. Zur Nahrungsaufnahme war sie auf jeden Fall nicht dort. Schade, dass ich diese Pflanze nicht kenne. Ein Teil der Pflanze ist auf einem Foto zu sehen, das ich bei flickr eingestellt habe. Vielleicht kann sie jemand identifizieren.
*** Hier ist der Link zum flickr-Foto

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Totensonntag – Tod einer Heidelibelle

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Heidelibelle
Totensonntag – Tod einer Heidelibelle

Morgen ist Totensonntag.

Zu diesem Gedenktag habe ich ein Foto ausgewählt, das ich am 27. Oktober aufgenommen habe.
Diese Heidelibelle trieb reglos auf dem kleinen Teich im Stadtpark Dudweiler, an dem im Okober Dutzende und Aberdutzende Libellen zu bewundern waren.

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Und da nun die Weihnachtszeit in Riesenschritten naht, will ich auf zwei Weihnachtsbücher hinweisen, die in diesem Jahr erschienen sind:

Weihnachten
Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte
Mit Illustrationen von Hilde Bergmann
ISBN 978-3-939937-09-8

Weihnachtsgedichte
Hrsg. Claudia Sperlich
Mit Illustrationen von Katja Spannuth
ISBN 978-3-939937-10-4

Written by Ronald

21. November 2009 at 16:36

3. Oktober Tag der Deutschen Einheit

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Heidelibellen Paarung

3. Oktober – Tag der Deutschen Einheit – Wiedervereinigung – Libellen im Paarungsflug

Morgen ist der 3. Oktober. Dann feiern wir mit dem Tag der Deutschen Einheit die überraschende Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990. Möglich gemacht wurde diese durch den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989, der sich in wenigen Wochen zum zwanzigsten Male jährt.

Zum diesem Anlass ein Buchtipp:

Mauerstücke - Erinnerungsgeschichten
Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten
Hrsg. Bettina Buske und Patricia Koelle
Dr. Ronald Henss Verlag 2009
ISBN 978-3-939937-08-1
180 Seiten
30 Farbfotos der Berliner Mauer

Vorwort Walter Momper, heute Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, zur Zeit des Mauerfalls Regierender Bürgermeister von Berlin.
Geleitwort von André Schmitz, Kulturstaatssekretär von Berlin.

Mit Beiträgen von Autoren aus Ost und West. Darunter auch der Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss (bekannt aus der ZDF-Krimiserie „Der Alte“), der Künstler Thierry Noir, der als einer der Ersten begann, die Berliner Mauer kunstvoll zu bemalen und als einer der bedeutendsten Mauerkünstler gilt, der georgische Autor Tengis Khachapuridse, der ehemalige DDR-Grenzsoldat Michael Dullau, die deutsch-amerikanische Autorin Patricia Koelle …

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Das Foto hat zwar nix mit der Deutschen Wiederverinigung zu tun, aber immerhin etwas mit geschlechtlicher Vereinigung. Diese Heidelibellen im Paarungsflug habe ich am 29. September 2009 im Dudweiler Stadtpark aufgenommen.

Jahreszeiten – Herbst

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Johanniskraut

Jahreszeiten – Sommer – Herbst – Herbstanfang
Johanniskraut im letzten Sommerlicht

Ein Buchtipp zum Wechsel der Jahreszeiten

Heute haben wir den letzten Sommertag in diesem Jahr, morgen sind wir schon im Herbst. Wie einige Fotos in diesem Blog zeigen, ist der Übergang der Natur vom Sommer in die Herbstsaison schon seit einiger Zeit deutlich sichtbar.

Zum Herbstbeginn möchte ich ein Buch empfehlen, das ich des Öfteren schon gelobt habe

Patricia Koelle
Die Füße der Sterne

Patricia Koelles Geschichten sind eine Lupe, die sichtbar werden lässt, wie groß Kleines sein kann. Es sind Geschichten für das verträumte Ende eines Feierabends, den Beginn eines Wochenendes oder die Bahnfahrt zur Arbeit. Geschichten von Himmel, Meer und Erde. Geschichten zum Lächeln, zum Nachdenken, zum Gesundwerden, zum Verschenken, voller Hoffnung und realistischem Zauber.

Dieses Buch kann man das ganze Jahr über lesen, aber vielleicht ist der Herbst die beste Zeit für diese wunderschöne Lektüre.

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Das Foto entstand heute, also am letzten Sommertag, im Dudweiler Stadtpark. Die Johanniskrautblüte habe ich so positioniert, dass sich darin das Sonnenlicht bricht, welches sich in dem kleinen Teich spiegelt. Dieser kleine Teich ist Anziehungspunkt für Libellen und eine ergiebige Quelle für schöne Libellenfotos. Heute konnte ich endlich mal wieder eine Große Königslibelle fotografieren, die offenkundig gerade mit der Eiablage beschäftigt war. Wenn sie gerade nicht beim Eierlegen sind, kann man diese wunderschönen Libellen kaum fotografieren. Sie sausen stundenlang durch die Luft, ohne sich ein einziges Mal niederzulassen. Ganz anders die Heidelibellen, die sich immer wieder eine Rast oder ein Sonnenbad gönnen und dabei oft so still halten, dass ich mich bis auf wenige Zentimeter nähern kann.

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Marienkäfer – Coccinellidae

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Marienkäfer Coccinellidae

Marienkäfer – Coccinellidae – Makro – Makrofotografie

Marienkäfer sind ja ausgesprochen niedlich und sie gehören zu den beliebtesten Insekten. Ich freue mich immer, wenn mir mal ein Marienkäfer-Foto gelingt, aber ich musste schon oft feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, diese kleinen Tierchen zu fotografieren. Gelegentlich liegt dies daran, dass die Tierchen recht munter sind und ständig rumkrabbeln. Oft ist es aber so, dass ich ausgerechnet bei Marienkäfern große Probleme mit der Schärfeeinstellung meines Fotoapparats habe (das habe ich bereits in einem anderen Beitrag berichtet). Obwohl mein Makro ziemlich leistungsfähig ist, bereitet es ausgerechnet beim Marienkäfer Schwierigkeiten. Ob dies an der glänzenden Oberflächenstruktur liegt?

Da ich aber schon oft genug probiert habe, habe ich mittlerweile auch etliche schöne Marienkäferfotos in meiner Sammlung. Das aktuele Foto ist keineswegs das beste. Aber in einer Hinsicht ist es ganz besonders interessant: Auf einem anderen – in fotografischer Hinsicht wesentlich schöneren – Foto dieses Indididuums habe ich an der Unterseite eine merkwürdige Öffnung entdeckt, die ich zunächst für einen Teil der Pflanze hielt. Auf dem aktuellen Foto kann man hingegen gut erkennen, dass die beiden „Röhren“ auf der Unterseite offenkundig zu dem Marienkäfer selbst gehören. Sieht irgendwie aus wie ein Auspuff beim Auto und man könnte vermuten, dass es sich um Atemröhren handelt. Vielleicht stößt mal ein Experte auf diese Seite und erklärt uns, was es damit auf sich hat.

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Das Foto entstand am 11. September 2009 auf der Bergehalde Lydia

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Systematik der Marienkäfer laut Wikipedia:

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Teilordnung: Cucujiformia
Überfamilie: Cucujoidea
Familie: Marienkäfer

Wissenschaftlicher Name
Coccinellidae
Latreille, 1807

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Written by Ronald

11. September 2009 at 16:49

Herbstgedicht – Septembergedicht – Spätsommer – Frühherbst

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Wegwarte Cichorium intybus

Spätsommer – Frühherbst – Herbstgedicht – Septembergedicht – Sonett

Anfang September, Übergang vom Spätsommer zum Frühherbst. In der Natur zeigen sich die ersten Herbstfarben, die Zahl der blühenden Pflanzen nimmt rapide ab.

Passend zu dieser Übergangsperiode ein Gedicht von Claudia Sperlich, und zwar ein Sonett

September
© Claudia Sperlich

Noch sommerheiß und herbstlich welk zugleich.
Die Blasenesche plustert falbe Früchte.
Vorm Blau stehn kahle Äste wie Gerüchte.
Die Äpfel röten sich und werden weich.

Die Tage sind nun kürzer, aber heller.
Durch Laub fällt Licht, aus Blättern fällt das Grün.
Die ersten Schwalben werden wanderkühn.
Die Stunden schwinden sanfter, aber schneller.

Am nächsten Tage fließt ein kühler Regen
gemächlich, pausenlos, mit leisem Rauschen.
Die Vogelbeeren leuchten ihm entgegen.

Gelegenheit zum Dank will ich ergreifen.
Ich möchte diese Zeit mit keiner tauschen,
den frühen Herbst voll Schwinden und voll Reifen.

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Hier finden sich weitere Herbstgedichte.

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Die Aufnahme entstand am 11. September 2009 auf der Bergehalde Lydia. Die Vegation auf der Halde zeigt mittlerweile deutliche Herbstspuren. Zu den wenigen Pflanzen, die – mit letzter Kraft – immer noch blühen, zählt die Wegwarte. Im Hintergrund ist – gewollt verschwommen – der Absinkweiher bei Fischbach zu sehen. Der umgebende Wald beginnt allmählich sein Herbstkleid anzulegen. Auf die kommenden Wochen und die fortschreitende Herbstfärbung kann man sich freuen.

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Herbstgedicht – Herbstgedichte

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Dost Wasserdost Herbstfarben

Herbstgedicht – Herbstgedichte – Herbst – Gedichte

Dieser Blog trägt den Titel „Herbstgedicht“. Aber bislang ist hier kein einziges Herbstgedicht zu finden. Da aber nun der Hersbt mit Riesenschritten naht, gibt es immer mehr Leute, die über die Suchmaschinensuche zum Stichwort „Herbstgedicht“ auf diesen Blog geführt werden. Damit diese Besucher nicht ganz enttäuscht werden, gibt es hier das erste veritable Herbstgedicht. In loser Folge werden dann weitere Herbstgedichte folgen (siehe auch hier: Herbstgedichte).

Bunte Familie
© Andere Dimension

Das Jahr
ein guter Schneider
näht fleissig bunte Kleider
für alle seine Kinder
Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Der Herbst
des Jahres Lieblingskind
trägt gerne warme Töne
oft geschimpft als farbenblind
sind es doch meist schöne

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Und hier finden sich weitere
Herbstgedichte
und hier noch weitere Herbstgedichte.

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Das Foto entstand am 9. September 2009 auf der Bergehalde Lydia. Ich habe es wegen der schönen spätsommerlichen Farben ausgewählt, die wie ein Gemälde wirken. Ich vermute, dass es sich bei dieser Pflanze um Wasserdost handelt, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Meine Zweifel rühren daher, dass der Standort ganz und gar nicht feucht ist. Andererseits habe ich genau dort den Russischen Bär in großer Zahl angetroffen – und dieser Schmetterling besitzt eine ausgesprochene Vorliebe für Wasserdost.

Vielleicht kann ja mal ein Experte diese Pflanze definitiv bestimmen.

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Libelle – Heidelibelle

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Libellenschönheit - Libelle - Heidelibelle

Libellenschönheit

Diese wunderschöne Libelle hat das Zeug, ein richtiges Top-Model zu werden. Sie ließ sich willig von allen Seiten fotografieren und wie man sieht, ließ sie mich mit der Kamera ganz, ganz nah heran.

Die Makroaufnahme verdeutlicht auf wunderbare Weise die filigrane Flügelkonstruktion.

Leider weiß ich nicht, um welche Libellenart es sich hier handelt. Aber zumindest die Gattung ist sicher: Es ist eine Heidelibelle (Sympetrum). Sicher ist auch, dass es sich um ein Männchen handelt, denn die Weibchen der Heidelibellen sind in der Regel braun-gelb.

Nachtrag (18. September 2010): Mittlerweile bin ich – zumindest was Libellen betrifft – wesentlich schlauer und weiß, dass es sich hier um eine Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum) handelt. Das Gelb an der Hinterseite der Beine und die Färbung des Thorax (Brust) lassen keinen Zweifel aufkommen.

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Die Aufnahme entstand am 02. September in Dudweiler an dem kleinen Teich neben dem Minigolfplatz an der St. Avolder Straße.

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Zwei Kirchen in einem Regentropfen

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Zwei Kirchen in einem Regentropfen

Zwei Kirchen in einem einzigen Regentropfen

Der Sommer war in diesem Jahr ausgesprochen wechselhaft. Ständig ging es rauf und runter. Gottseidank nie mehr als drei Tage heiß und dann kam auch schon die nächste Abkühlung, die dann gottseidank ebenfalls nicht lange dauerte. Da ich große Hitze gar nicht mag, war dies insgesamt gesehen ein sehr schöner Sommer.

Aber heute war seit langer Zeit mal wieder richtig scheußliches Wetter. Ziemlich kühl und viel, viel Regen. Da ich mich schon lange nicht mehr um diesen Blog gekümmert habe, ist dies ein guter Anlass, mal wieder was reinzustellen. Und was bietet sich da Besseres an als das Wetter?

Auch schlechtem Wetter kann man in fotografischer Hinsicht was abgewinnen. Zum Beispiel haben wir am 27. Juni – das war am Siebenschläfertag – einen Blick durch mein Arbeitszimmerfenster auf die Christuskirche und St. Marien geworfen. Durch den prasselnden Regen war dieser Blick arg verschwommen.

Heute schauen wir wieder aus meinen Arbeitszimmerfenster auf die Christuskirche und St. Marien. Und diesmal habe ich die beiden Kirchen, die das Dudweiler Stadtbild dominieren, in einem einzigen Regentropfen eingefangen. Da der Regentropfen nach unten hängt, sind oben und unten und links und rechts vertauscht.

Vermutlich war bislang noch nicht allzu vielen Leuten dieser Blick auf Dudweiler vergönnt.

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Das Foto entstand am 04. September 2009 in einer Regenpause am Nachmittag.

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Written by Ronald

4. September 2009 at 20:40

Marienkäfer

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Marienkäfer

Marienkäfer

Der letzte Beitrag in diesem Fotoblog liegt nun schon fast zwei Wochen zurück. Das liegt keineswegs daran, dass mir die Fotos ausgehen. Ganz im Gegenteil: in der Zwischenzeit ist eine große Zahl hinzugekommen.

Auch wenn sich hier in diesem Fotoblog nichts getan hat, so war ich doch nicht ganz untätig. Ich habe in der Zwischenzeit zwei neue Blogs angelegt, die jeweils einem bestimmten Thema gewidmet sind.

Zum einen einen Schmetterling-Blog. Da ich in den letzten drei Monaten mehr als 30 verschiedene Schmetterlingsarten fotografiert habe (mit mehreren Hundert Fotos), erscheint es sinnvoll, diesem speziellen Thema einen eigenen Platz zu gewähren. Im Schmetterling-Blog gibt es zum einen Informationen über Schmetterlinge, zum anderen auch zahlreiche Schmetterling-Gedichte. Das soll also eine Art lyrischer Foto- und Informationsblog werden.

Zum anderen gibt es einen eigenen Wiesenblumen-Blog. Wie der Name schon sagt, geht es dort um Wiesenblumen und wildwachsende Pflanzen. Dort werden unter anderem verschiedene Spaziergänge anhand einer kleinen Auswahl von Fotos gezeigt. Außerdem zeige ich dort Pflanzen, die ich noch nicht identifiziert habe, in der Hoffnung, dass sich gewiefte Pflanzenkenner dorthin verirren und bei der Identifikation behilflich sind. Außerdem kann man dort mit Hilfe von Google-Maps verschiedene Standorte lokalisieren.

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So, nach diesen Hinweisen auf neue Blogs noch ein paar Worte zum Foto des Tages.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Marienkäfer gar nicht leicht zu fotografieren sind. Zumindest nicht mit meiner Kamera. Ausgerechnet bei Marienkäfern habe ich oft Probleme mit der Fokussierung. Aber ab und zu gelingt dann doch das ein oder andere Foto und gelegentlich sind die Szenen ausgesprochen witzig. Mein allerbestes Marienkäfer-Foto habe ich bei flickr eingestellt.

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Das Foto entstand am 17. Juli 2009 in der Sulzbachtalaue.

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Written by Ronald

2. August 2009 at 08:04

Schmetterlinge – Tagpfauenauge

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Schmetterling Tagpfauenauge Inachis io

Vor ein paar Tagen war es mir auf der Halde Lydia zum ersten Mal gelungen, einen Schwalbenschwanz zu fotografieren. Außerdem bekam ich dort zum ersten Mal ein Tagpfauenauge und einen Zitronenfalter vor die Linse. Mit den Zitronenfalterfotos war ich zufrieden, nicht aber mit Tagpfauenaugefotos. Auf dem Schmetterlingsflieder tummelten sich zwar verschiedene Exemplare des Tagpfauenauges, aber zumeist präsentierten sie nur ihre Unterseite, die einfach nur dunkel und wenig aufregend ist. Die Flügel waren immer nur für kurze Momente geöffnet und es ist mir nicht gelungen, ein vollständig geöffnetes Tagpfauenauge zu fotografieren.

Aber heute hat es geklappt! Und zwar auf der Sulzbachtalaue. In der Nähe des Sulzbachs erblickte ich ein Tagpfauenauge, das die Flügeloberseiten präsentierte. Als ich mich näherte, fallterte es davon und verschwand aus meinem Blickfeld. Ich war ziemlich enttäuscht – aber dann …

Als ich nach unten blickte, stellte ich fest, dass der Gute auf meinem linken Oberschenkel Platz genommen hatte. Dort blieb er eine ganze Weile sitzen und ließ sich ablichten wie ein gutes Fotomodel. Wie man sieht, mit geöffneten Flügeln.

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Systematik nach Wikipedia

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Fleckenfalter (Nymphalinae)
Gattung: Inachis
Art: Tagpfauenauge

Wissenschaftlicher Name
Inachis io
(Linnaeus, 1758)

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Das Tagpfauenauge ist übringens der Schmetterling des Jahrs 2009. Die Wahl begründen die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) damit, dass durch diese Falterart die Folgen des Klimawandels besonders gut sichtbar werden.